Die Mödlinger Innenstadt hat in den letzten Monaten einen verheerenden Rückschlag erlitten. Leerstand breitet sich aus wie ein ungebetener Gast, der einfach nicht gehen will. Das Modehaus Benetton am Freiheitsplatz hat seine Pforten geschlossen, während die Herrenmode Schiller, nach der Pensionierung des Eigentümers, keinen Nachfolger fand. Die Klosterbar, die Boutique Choice und das „Stehachterl“ stehen ebenfalls leer – es ist wie ein Schatten, der über den einst so lebhaften Straßen hängt.

Bis Ende Mai wird auch die „World of Art“ ihre Räume räumen. Die Brühlerstraße ist nicht besser dran; hier sind die Schilder „Zu Vermieten“ ebenfalls omnipräsent. Mödling, einst ein Musterbeispiel für eine blühende Innenstadt, hat das Geschäft „Kunst & Handwerk“ und sogar den Altstadt-Postshop verloren. Der Second-Hand-Laden des Roten Kreuzes schloss ebenfalls Ende Mai. Und die ehemaligen Flächen des TV-Shops am Deutsch-Platz sowie die Boutique Krammer sind jetzt nur noch Erinnerungen an bessere Zeiten.

Kritik und Ursachen der Schließungen

Die Stadtregierung steht in der Kritik. Kritiker sehen die rot-grüne Stadtregierung als Hauptverantwortliche für diese besorgniserregende Entwicklung. Wirtschaftsbund-Stadtobmann Matthias Pfeiler äußert sich alarmiert über den Druck auf den lokalen Handel und betont, dass diese Schließungen eine sichtbare Veränderung des Stadtbildes darstellen. Er hat sogar ein Hintergrundpapier zur Situation des Innenstadthandels vorgelegt, das die Ursachen als fehlende wirtschaftliche Perspektiven und den Ausbau kostenpflichtiger Parkplätze identifiziert.

Die SPÖ hingegen weist die Vorwürfe zurück. Klubsprecher Stephan Schimanowa spricht von der geringsten Leerstand-Quote in ganz Niederösterreich und sieht die Schließungen eher als Resultat von Pensionierungen und unternehmerischen Strategien. „Das ist alles Teil einer Negativkampagne“, sagt er und sorgt sich um den Ruf der Stadt. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit einer sensiblen Anpassung der blauen Zonen und die Schaffung von innerstädtischem Parkraum.

Die Zukunft der Mödlinger Innenstadt

Um die Innenstadt wiederzubeleben, plant die Stadtregierung verschiedene Aktionen zur besseren Positionierung von Mödling. Der Wirtschaftsbund fordert ein Ende der Politik der Verunsicherung – und das vielleicht dringendste: ein aktives Leerstandsmanagement. Gert Zaunbauer, VP-Stadtparteiobmann, vergleicht den Leerstand mit einem Krebsgeschwür, das sich unaufhaltsam ausbreitet. Um dem entgegenzuwirken, fordert er die Schaffung von Gratis-Parkplätzen für Kunden und Angestellte.

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Die Situation in Mödling ist nicht einzigartig; viele Innenstädte in Deutschland und Österreich stehen unter Druck durch Leerstand und gesellschaftliche Spannungen. Die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd) mahnt verstärkt eine nachhaltige Förderung für Stadtzentren an. Wichtige Forderungen sind unter anderem eine verlässliche Finanzierung der Kommunen und eine Stärkung der Stadtmarketingstrukturen. Schließlich sind Innenstädte nicht nur Handelsstandorte, sondern auch Orte des Austausches und der Kultur.

Die Herausforderungen, vor denen die Innenstädte stehen, sind vielfältig: Strukturwandel, Onlinehandel und steigende Sicherheitsauflagen. Viele Kommunen haben Konzepte zur Stärkung ihrer Zentren, aber ohne die nötige finanzielle Unterstützung können diese oft nur schwer umgesetzt werden. Es bleibt zu hoffen, dass Mödling nicht nur auf die Probleme schaut, sondern auch Lösungen findet, um die Innenstadt wieder zum Leben zu erwecken.