In Mödling und Perchtoldsdorf, zwei Städte, die eng miteinander verbunden sind, wird die Luft dünner für die Ortsbusse. Die beiden Gemeinden haben beschlossen, ihre Angebote zu reduzieren – ein Schritt, der vielen Fahrgästen das Herz brechen könnte. Besonders in Mödling stehen die Ortsbusse unter Druck, und es drohen Kürzungen, die rund 200 Fahrgäste ohne ein passendes Verkehrsmittel dastehen lassen könnten. Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen, denn der Stadtbus hat in den letzten drei Jahren eine bescheidene Auslastung gezeigt. An Schultagen kommen im Schnitt nur 80 bis 260 Fahrgäste, während in den Ferien die Zahlen sogar auf 50 bis 145 sinken. Die Linie 3 zwischen dem Bahnhof Mödling und dem Haus der Wirtschaft war ein ganz besonders trauriges Kapitel, mit nur 3,3 Fahrgästen pro Fahrt. Das lässt sich einfach nicht mehr rechtfertigen!

Die Kosten für den Stadtbus beliefen sich im letzten Jahr auf stolze 530.000 Euro. Von diesen Kosten wird ein Drittel vom Land Niederösterreich übernommen, während die Gemeinde Wiener Neudorf mit 10.000 Euro jährlich ebenfalls einen kleinen Beitrag leistet. Dennoch hat die Stadt Mödling beschlossen, ein neues, modernes Mobilitätsmodell zu entwickeln, das nicht nur tagsüber, sondern auch abends und am Wochenende verfügbar sein soll. Der Fokus liegt auf einer besseren Anbindung für alle Bürgerinnen und Bürger, und Gespräche mit der Landesverkehrsagentur NÖVOG laufen bereits.

Ein Ende für den Perchtoldsdorfer Ortsbus

In Perchtoldsdorf sieht die Situation ähnlich aus. Der Ortsbusbetrieb wird zum 30. Juni eingestellt, und das hat seine Gründe. Die jährlichen Kosten von rund 235.000 Euro sind für die Gemeinde nicht mehr tragbar, besonders angesichts der geringen Auslastung. Stattdessen wird Perchtoldsdorf auf die bestehenden VOR-Linien und alternative Mobilitätsangebote setzen. Für Fahrten innerhalb des Ortsgebiets wird ein Zuschuss von 50 Cent pro Einzelfahrschein angeboten, um die Nutzung zu fördern. Außerdem wird an Lösungen für Schüler und ältere Menschen gearbeitet, um deren Mobilität sicherzustellen.

Die Entscheidung, den Ortsbus abzuschaffen, hat nicht nur praktische, sondern auch emotionale Auswirkungen. Die Perchtoldsdorfer Grünen haben bereits Kritik geäußert und betonen, dass Mobilität ein Grundrecht ist. Sie warnen davor, dass der Wegfall des Busses die soziale Mobilität beeinträchtigen könnte. Schließlich könnte dies auch zu einer Zunahme des Individualverkehrs führen, was wiederum den CO2-Ausstoß in die Höhe treibt.

Mobilität der Zukunft

Im Kontext dieser Veränderungen stellt sich die Frage: Wie kann man die Mobilität in der Region zukunftssicher gestalten? Eine Studie des Zukunftsclusters „MCube“ unter Leitung der TU München hat ergeben, dass jeder in den öffentlichen Personennahverkehr investierte Euro der Volkswirtschaft einen Nutzen von drei Euro bringt. Diese Zahlen sind beeindruckend und unterstreichen die Bedeutung eines gut funktionierenden Nahverkehrssystems. Der öffentliche Verkehr ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftstreiber. Er entlastet den Individualverkehr, senkt die Unfallzahlen und verringert Lärm sowie Luftverschmutzung.

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Die Mödlinger Stadtregierung hat also einen langen Weg vor sich, um ein modernes und flächendeckendes Verkehrsangebot zu schaffen. Mit einem neuen Mobilitätskonzept, das auch abends und am Wochenende attraktiv ist, könnte eine Wende eingeläutet werden. Doch bis dahin bleibt es spannend – und vor allem herausfordernd, die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger im Blick zu behalten.