Am vergangenen Samstag war es wieder so weit: Die Jagdgesellschaft Schrattenberg feierte die traditionsreiche Hubertusmesse an der Hubertuskapelle. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich zahlreiche Jägerinnen und Jäger aus dem Weinviertel, aber auch viele Gäste, die mit der Jagd nicht viel am Hut haben. Es war ein Fest, das die ländliche Tradition und das jagdliche Brauchtum in den Fokus rückte – und das ganz ohne große Formalitäten, aber mit viel Herz und Flair.

Die Messe wurde von Pfarrer Mag. Richard Hansl zelebriert, unterstützt von Dr. Dr. Manfred Bauer aus dem Vatikan. Ein schöner, ehrwürdiger Rahmen für einen Gottesdienst, der nicht nur die Jagd, sondern auch die Verbundenheit zur Natur feierte. Die Jagdhornbläsergruppe Hausberg, unter der Leitung von Leopold Stoiber, sorgte mit ihren Klängen für die musikalische Umrahmung, die das Ganze noch festlicher machte. Man muss sagen, die Melodien, die aus den Hörnern schallten, hatten etwas Magisches – eine Hommage an die jahrhundertealte Tradition der Hubertusmesse.

Ein Tag für Ehrengäste und Genüsse

Die Ehrengäste waren ebenfalls zahlreich: Vizebürgermeister Johann Thiem, der ehemalige Bürgermeister Johann Bauer und zahlreiche Hegeringleiter aus den umliegenden Bezirken waren anwesend. Das Gefühl, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein, war überall spürbar. Nach der Messe gab es ein Festmahl mit regionalen Wildspezialitäten, nach Großmutters Rezept zubereiteten Süßspeisen und erlesenen Weinen aus der Region. Ein Hochgenuss, der nicht nur den Gaumen erfreute, sondern auch das Herz erwärmte.

Die Hubertusmesse selbst hat eine lange Tradition. Sie findet jährlich um den 3. November, dem Hubertustag, statt und erinnert an den heiligen Hubertus von Lüttich, der nicht nur ein leidenschaftlicher Jäger war, sondern auch für den Schutz der Geschöpfe Gottes eintrat. Ursprünglich in Frankreich und Belgien verwurzelt, hat sich diese Gottesdienstform in Deutschland und Österreich fest etabliert. Dort wird sie oft auch als „Jägergottesdienst“ bezeichnet und ist das kulturelle Highlight für viele Jäger.

Der heilige Hubertus – ein Vorbild für die Jägerschaft

Wusstet ihr, dass Hubertus als Schutzpatron der Jäger gilt? Seine Geschichte ist faszinierend: Nach dem Tod seiner Frau zog er sich in die Wälder zurück und hatte eine tiefgreifende Begegnung mit einem Hirsch, der ein Kreuz im Geweih trug. Diese Erfahrung führte zu seiner Lebensänderung. Hubertus steht symbolisch für den Respekt vor der Natur und den Tieren, was sich auch in der Tradition zeigt, bei der ersten Jagd eines jungen Jägers einen Reim zu Ehren von Hubertus zu sprechen. Diese Rituale zeigen, wie wichtig der Respekt gegenüber der Natur und den Tieren für die Jägerschaft ist.

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Die Hubertuskapelle, wo die Messe stattfand, ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Ort der Erinnerung und des Brauchtums. In Mitteleuropa, besonders in Österreich, finden sich viele dieser Kapellen, die schlicht und einfach gehalten sind. Bei Hubertusmessen, oft im Wald oder an solchen Kapellen, wird die Verbundenheit zur Natur zelebriert und die Jagdhornbläser bringen die musikalische Note, die oft in der Kirche fehlt – und das hat seinen eigenen, ganz besonderen Charme.

Es ist ein Tag des Feierns, des Erinnerns und der Dankbarkeit gegenüber der Natur. Auch wenn die Hubertusmesse in der heutigen Zeit von manchen kritisiert wird, bleibt sie doch ein fester Bestandteil des ländlichen Lebens in Österreich und ein Symbol für die Tradition der Jägerschaft. Es wird gefeiert, und das mit vollem Herzen.