Korngut: Ein Rückblick auf Tradition und moderne Baukultur in Niederösterreich
In den sanften Hügeln Niederösterreichs, genauer gesagt in der Gemeinde Niedergrünbach, hat ein ganz besonderes Bauwerk die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der revitalisierte Getreidespeicher, der seit kurzem als Seminar- und Urlaubshotel unter dem Namen „Korngut“ bekannt ist, wurde am 9. Juni 2026 mit der „Goldenen Kelle“ des Landes Niederösterreich ausgezeichnet. Diese Auszeichnung ist mehr als nur ein Lob – sie ist eine Würdigung für architektonische Qualität, den behutsamen Umgang mit Bausubstanz und die gelungene Einbindung in das Ortsbild. Ein schöneres Zeichen für den Erhalt unserer Baukultur könnte es wohl kaum geben!
Die Feierlichkeiten zur Preisverleihung fanden im Stiftskeller von Klein-Mariazell statt, wo gleich sieben Bauprojekte geehrt wurden. Geschickt und mit einem feinen Gespür für das, was die Region prägt, haben die Eigentümer Claudia und Matthias Lemp zusammen mit Gastgeberin Verena Lemp es geschafft, aus dem 320 Jahre alten Getreidespeicher, der einst von der Lagerhausgenossenschaft Gföhl genutzt wurde, ein modernes Hotel zu schaffen. Dabei blieb die ursprüngliche Außenhülle erhalten, was dem Gebäude einen ganz besonderen Charme verleiht.
Ein Blick auf die Auszeichnung
Die „Goldene Kelle“ wird nur an die besten Bauprojekte in Niederösterreich verliehen und gilt als hohe Auszeichnung für qualitätsvolle Baukultur. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Baudirektorin Christine Pennerstorfer überreichten die Preise. Diese Auszeichnung ist nicht nur ein schöner Titel – sie zeigt auch, wie wichtig eine harmonische Integration von Neubauten und historischen Strukturen für die Identität einer Region ist. Das Korngut ist ein Paradebeispiel dafür, wie man alte Substanz wertschätzt und gleichzeitig moderne Bedürfnisse erfüllt.
Wert wurde auch auf einen sparsamen Umgang mit Grund und Boden sowie auf die energieeffiziente Nutzung der Bausubstanz gelegt. Dies ist besonders in Zeiten des Klimawandels von Bedeutung. In der aktuellen Diskussion um Ressourcenschonung und Emissionsreduktion gewinnt die Sanierung bestehender Gebäude immer mehr an Bedeutung. Die Denkmalpflege hat hier eine herausragende Rolle, denn sie stellt hohe Anforderungen an den Erhalt historischer Substanz, ohne dabei die ökologischen Herausforderungen aus den Augen zu verlieren.
Dank an die Unterstützer
Die Familie Lemp ließ es sich nicht nehmen, auch den zahlreichen Partnern zu danken, die beim Umbau des Kornguts unterstützt haben. Dazu zählen Betriebe wie das Lagerhaus Zwettl, Elektro Palmeshofer, Tiefbau Burger und Tischlerei Schulmeister. Ohne diese engagierte Zusammenarbeit wäre das Projekt wohl nie so gelungen. Ein besonderer Dank ging auch an die Gemeinde und Bürgermeister Gerhard Wandl, die das Vorhaben tatkräftig unterstützt haben.
Das Korngut liegt zudem in der malerischen Nähe des Golfplatzes Ottenstein und des Restaurants Hettegger – eine perfekte Symbiose aus Erholung und Genuss. Wenn man dort verweilt, spürt man förmlich die Verbundenheit mit der Region, die durch solche Projekte gefördert wird. Die Auszeichnung ist nicht nur ein Erfolg für die Lemp-Familie, sondern für die gesamte Gemeinde. Schließlich zeigt sie, dass Tradition und Moderne Hand in Hand gehen können und dass nachhaltiges Bauen nicht nur ein Schlagwort, sondern eine lebendige Praxis ist.
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