Eine Hochzeitsfeier, die eigentlich voller Freude und Glück hätte sein sollen, nahm in Gerasdorf, NÖ, eine dramatische Wendung. Nevenka J. war Ende Februar Teil dieser Feierlichkeiten, als plötzlich alles anders wurde. Sie begann, über Brustschmerzen, Übelkeit und Erbrechen zu klagen. Ein Albtraum, der für die Anwesenden wie aus einem schlechten Film wirkte, wurde zur Realität. Zehn Minuten nach dem Notruf war das Rote Kreuz Gerasdorf vor Ort, und es wurde schnell klar, dass Nevenka einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten hatte.
Die Rettungskräfte, die in einem Notarzteinsatzfahrzeug aus Groß-Enzersdorf zum Einsatz kamen, zögerten keine Sekunde. Sofort wurde mit der Reanimation begonnen, die glücklicherweise erfolgreich war. Nevenka J. wurde rasch in ein Krankenhaus gebracht, und heute, einige Monate später, können wir erfreulicherweise berichten, dass sie auf dem Weg der Besserung ist und das Spital bald verlassen kann. Eine Erleichterung für alle, die an diesem Tag mit ihr gefiebert haben!
Ein Wiedersehen voller Emotionen
In einem berührenden Akt der Dankbarkeit wünschte sich Nevenka, das Rettungsteam persönlich kennenzulernen, das ihr das Leben gerettet hat. Am 23. April war es dann so weit. Das Team, bestehend aus den Notfallsanitätern Josef Strieg und Raphael Reichberger sowie der Rettungssanitäterin Angelina Grillari, besuchte sie im Krankenhaus. Geschenke wurden überreicht, und die Dankbarkeit war spürbar. Es war ein Wiedersehen, das nicht nur Nevenka, sondern auch den Rettungskräften sehr viel bedeutete. Das emotionale Band, das an diesem Tag geknüpft wurde, ist etwas ganz Besonderes.
Herz-Kreislauf-Stillstände sind kein Einzelfall. Laut dem Deutschen Reanimationsregister erlitten im Jahr 2024 in Deutschland schätzungsweise 136.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand – das sind durchschnittlich 370 pro Tag! Rund 67.000 Patientinnen und Patienten erhielten Wiederbelebungsmaßnahmen durch den Rettungsdienst. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass in solchen kritischen Momenten schnell gehandelt wird.
Statistiken und deren Bedeutung
Die Ersthelfenden-Reanimationsquote steigt erfreulicherweise stetig. In einer Referenzgruppe stieg sie von 50,7 % (2023) auf 55,4 % (2024). Das bedeutet, dass immer mehr Menschen wissen, was im Notfall zu tun ist. Das ist ein Lichtblick, wenn man bedenkt, dass in 55 % der Fälle ein kardiales Ereignis wie ein Herzinfarkt die Ursache für den Stillstand war. Ein Drittel der Patientinnen und Patienten erreicht das Krankenhaus mit Rückkehr des spontanen Kreislaufs – das gibt Hoffnung!
Die Herausforderungen bleiben jedoch. Die Überlebensrate stagniert, was darauf hinweist, dass die professionelle Versorgung weiter verbessert werden muss. In den letzten Jahren haben sich die Bedingungen zwar verbessert – der Rettungsdienst traf in 78,5 % der Fälle innerhalb von acht Minuten ein – doch es gibt noch viel zu tun.
Egal, ob in Gerasdorf oder anderswo, es ist wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und im Notfall schnell zu reagieren. Der Fall von Nevenka J. erinnert uns daran, dass jede Sekunde zählt und dass wir alle imstande sind, Leben zu retten, wenn wir nur richtig vorbereitet sind. Es sind genau diese menschlichen Geschichten, die uns zeigen, wie wichtig unsere Rettungskräfte sind und wie schnell sich das Blatt wenden kann.