Sicherheit auf der Straße: Hollabrunns Kinder im Verkehrswirbel
In Hollabrunn brodelt es mal wieder. Die Grünen haben sich lautstark zu Wort gemeldet und fordern endlich Maßnahmen gegen die Durchfahrten auf der gesperrten Straße vor dem neuen Bildungscampus. Gemeinderat Georg Ecker macht seinem Unmut Luft und kritisiert den mangelnden politischen Willen von ÖVP und SPÖ. „Das kann doch nicht sein, dass wir einfach zuschauen, wie trotz Sperrung Autos an einer Bildungseinrichtung vorbeibrausen“, so Ecker. Die Grünen warnen, dass ohne begleitende Maßnahmen die Sperre der Weisleinstraße nicht sonderlich viel bewirken wird. Die Antwort der ÖVP und SPÖ? Vorwürfe werden zurückgewiesen, als wäre es ein Fußball, den man einfach wegschießt.
Die Sorgen sind nicht unbegründet. Moritz Cermak von den Grünen hat klare Bedenken zur Sicherheit der Kinder rund um die neue Bildungseinrichtung. Eltern haben sich bereits besorgt über die Verkehrssituation geäußert. Man fragt sich, wie die geplanten Buslinien, die direkt vor dem Schulcampus fahren sollen, überhaupt sicher funktionieren können. Ein zeitweises Fahrverbot für den Durchzugsverkehr ist zwar in Planung, doch die Frage bleibt: Wie soll die Einhaltung kontrolliert werden? Es sieht ganz danach aus, als würde der Verkehr in der Josef Weisleinstraße ein echtes Problem darstellen. Cermak fordert daher ein zeitgemäßes Verkehrskonzept, das die Sicherheit der Kinder in den Vordergrund stellt.
Ein Verkehrskonzept für die Zukunft
„Es muss sichergestellt werden, dass die Kids den Campus sicher zu Fuß oder mit dem Rad erreichen können“, sagt Cermak und ergänzt, dass Eltern-Taxis nicht zur Lösung des Problems beitragen sollten. In der letzten Gemeinderatssitzung waren die Grünen die einzigen, die gegen die neue Straßenplanung vor dem Schulcampus votierten. Ein vorausschauendes Verkehrskonzept, das klare Rahmenbedingungen schafft, ist dringend nötig. Denn Fragen zu zusätzlichem Verkehrsaufkommen und Regelungen an stark befahrenen Kreuzungen, wie dem Kreisverkehr oder der Wienerstraße, bleiben unbeantwortet.
Umso wichtiger ist es, dass die Verkehrssicherheit nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt. Die Kultusministerkonferenz empfiehlt, Mobilitäts- und Verkehrserziehung als übergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgabe in Schulen zu integrieren. Das klingt gut, aber wie sieht die Realität aus? Die Umsetzung variiert stark von Bundesland zu Bundesland, was bedeutet, dass nicht jede Schule die gleichen Möglichkeiten hat, die Kids für sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu schulen. Es fehlen häufig die nötigen Ressourcen, sei es in Form von Lehrmaterialien oder Fortbildungen für Lehrer.
Die Übergangszeiten von der Kita zur Primarstufe und von der Primarstufe zur Sekundarstufe sind besonders kritisch. Kinder sind in diesen Phasen besonders gefährdet. Daher ist es entscheidend, dass es geeignete Maßnahmen gibt, die sowohl schulische als auch außerschulische Akteure einbeziehen. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass effektive Mobilitätsbildung und Verkehrserziehung in Schulen ein absolutes Muss sind. Es bleibt abzuwarten, ob die Verantwortlichen in Hollabrunn dies endlich ernst nehmen und die Sicherheit der Kinder nicht nur auf dem Papier steht.
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