In Gmünd, wo Geschichte und Kultur Hand in Hand gehen, öffnen die Museen wieder ihre Türen und laden die Besucher ein, die faszinierenden Geschichten der Region zu entdecken. Ab Mai startet die neue Saison im Rahmen des landesweiten „Museumsfrühlings“. Das Stadtmuseum, das Glasmuseum und das Steinmuseum präsentieren sich in voller Pracht und bieten Einblicke in die Vergangenheit und das kulturelle Erbe Gmünds.
Besonders hervorzuheben ist die virtuelle Zeitreise im Stadtmuseum, die die spannende Geschichte von Gmünd lebendig werden lässt. Hier kann man unter anderem das berühmte Richtschwert „Elise“ bestaunen. Auch das Glasmuseum, das die traditionsreiche Glaserzeugung im niederösterreichisch-böhmischen Grenzgebiet thematisiert, hat einiges zu bieten. Das Steinmuseum hingegen vermittelt einen eindrucksvollen Überblick über die Geschichte der Steinbearbeitung in der Region.
Öffnungszeiten und Führungen
Die Museen haben von Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr geöffnet, während am Wochenende und an Feiertagen die Türen von 10 bis 14 Uhr offen stehen. Das „Haus der Gmünder Zeitgeschichte“ hat hingegen täglich von 10 bis 16:30 Uhr geöffnet und zeigt die bewegte Geschichte des Gmünder Flüchtlingslagers sowie die Entwicklung der Region am Eisernen Vorhang.
Eine besondere Veranstaltung findet am 2. Mai um 15 Uhr statt: Die Führung „Gmünder Zeitge(h)schichten“ führt von Gmünd nach České Velenice, mit Treffpunkt am Fußgängergrenzübergang in der Bleylebenstraße. Auch das Schauschmieden in der Alten Schmiede am Stadtplatz von 9 bis 12 Uhr verspricht ein spannendes Erlebnis für alle Interessierten.
Das Haus der Gmünder Zeitgeschichte
Das „Haus der Gmünder Zeitgeschichte“, gelegen in der Weitraer Straße 107, ist ein echter Geheimtipp, besonders für all jene, die sich für die Themen Flucht und Migration interessieren. Hier kann man die Geschichte des Gmünder Flüchtlingslagers erkunden, das während des Ersten Weltkriegs eines der größten Lager in der Österreich-Ungarischen Monarchie war. Professor Franz Drach, ein pensionierter Historiker, führt Gruppen durch das Museum und nutzt die ANNO-Datenbank der Österreichischen Nationalbibliothek für umfassende Recherchen.
Gmünd, das 1914 etwa 3.000 Einwohner zählte, wurde zum Standort eines Lagers für rund 30.000 Menschen, was die damalige Bedeutung der Stadt als Eisenbahnknotenpunkt verdeutlicht. Die durchdachte Logistik des Lagers umfasste Baracken, Schulen, eine Kapelle, ein Krankenhaus und sogar einen Friedhof. Die meisten Lagerbewohner waren Ruthenen, und nach dem Krieg wurde das Flüchtlingslager aufgelöst, was zur Entstehung des Stadtteils Gmünd-Neustadt führte.
Ein Teil des größeren Ganzen
Die Eröffnung der Gmünder Museen ist Teil eines umfassenderen kulturellen Events in Niederösterreich, das zahlreiche Museen und Ausstellungen umfasst, darunter das NÖ Krippenmuseum in Vösendorf und das Österreichische Computermuseum in Wildendürnbach. Diese Vielfalt zeigt die reichhaltige künstlerische und kulturelle Landschaft, die das Bundesland zu bieten hat.
Ob bei einer virtuellen Zeitreise im Stadtmuseum, einem Besuch im Glasmuseum oder einer Führung durch das Haus der Gmünder Zeitgeschichte – die Museen in Gmünd versprechen spannende Erlebnisse und einen tiefen Einblick in die Geschichte und Kultur der Region. Nutzen Sie die Gelegenheit, und lassen Sie sich von der Vielfalt und dem Charme dieser einzigartigen Stadt verzaubern!