Wenn man durch die sanften Hügel von Groß-Schweinbarth radelt, könnte man schnell annehmen, hier sei die Zeit stehen geblieben. Doch weit gefehlt! Johann Berthold, ein Mann mit Herz und einer Leidenschaft, die so stark ist wie seine Wurzeln in der Erde, erzählt uns eine ganz andere Geschichte. Der Landwirt und Winzer hat nicht nur grüne Finger, sondern auch musikalische Talente, die ihn seit seiner Kindheit begleiten.

Bereits im zarten Alter von 10 Jahren griff Johann zur Geige und dem Flügelhorn. Mit 15 Jahren war er dann nicht mehr zu bremsen und trat der Blasmusik Groß-Schweinbarth bei. Das war 1966 – ein Jahr, das heute noch in den Erinnerungen vieler Einheimischer lebendig ist! Von da an spielte er in verschiedenen Besetzungen, von der 2. Flügelhorn bis zur ersten Trompete. Und die B-Tuba, die kam erst 1989 dazu – eine ganz neue Klangfarbe für diesen kreativen Kopf. Nach 43 Jahren voller Musik endete seine aktive Zeit beim MV Groß-Schweinbarth 2009, aber die Liebe zur Musik? Die bleibt ungebrochen.

Musik als Lebenselixier

Johann hat sich nie nur auf das eine Instrument beschränkt. Er trat mit verschiedenen Ensembles auf – und der Höhepunkt war ein Quartett-Auftritt in Gutenstein, organisiert von Ernst Wolfram Marboe. Man kann sich nur vorstellen, wie die Melodien durch die Luft schwebten und die Herzen der Zuhörer berührten. 1992 folgte der nächste Schritt: Er wurde Chorsänger beim Seilerchor und wird bis zur großen Geburtstagsgala des Chorleiters Gerhard Seiler 2025 auf der Bühne stehen. Ein echtes Lebenswerk, das die Freude an der Musik widerspiegelt!

Sein Engagement endet jedoch nicht beim Gesang. Seit 1996 ist Johann aktives Mitglied des Kirchenchors in Groß-Schweinbarth und hat von 2006 bis 2026 im Chor Erdklang Weinviertel gesungen – bis er sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste. Auch im Kirchenchor von Groß-Inzersdorf gab er sein Bestes, unter anderem bei der Messe zum 60. Geburtstag von Pater Johannes. Die Musik ist für ihn ein Ventil, eine Möglichkeit, seine Gefühle und Gedanken auszudrücken.

Ein Leben voller Hingabe

Natürlich wäre da noch seine Frau Theresia, die ihn über all die Jahre tatkräftig unterstützte. 15 Jahre lang war sie in der Gemeindepolitik aktiv – ein echtes Power-Paar! Zusammen haben sie zwei Kinder: Tochter Theresia und Sohn Johannes, die sicherlich auch einen Teil des musikalischen Erbes geerbt haben. Johann war zudem von 1963 bis 2000 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und hat sich auch hier engagiert. Jetzt ist er in der Reserve, aber seine Hilfsbereitschaft bleibt ungebrochen – wo immer Hilfe benötigt wird, ist Johann zur Stelle.

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In einer Zeit, in der die Blasmusik eine wichtige soziale Funktion einnimmt, wird die Bedeutung von Menschen wie Johann Berthold besonders deutlich. Die Wurzeln der Blasmusik reichen bis zur Schwäbischen Alb und sind über 36.000 Jahre alt – wahnsinnig, oder? Die ersten konzertanten Blasorchester entstanden während der Französischen Revolution. Damals spielten die Blasorchester eine zentrale Rolle bei Revolutions- und Friedensfeiern. Bedeutende Kompositionen, wie Beethovens Militär-Marsch oder Berlioz‘ „Grand Symphonie funèbre et triomphale“, sind bis heute unvergessen und zeigen, wie tief die Blasmusik in unserer Kultur verwurzelt ist.

Die Entwicklung der Ventile für Blechblasinstrumente hat es möglich gemacht, dass die Musik immer vielfältiger wird. So gibt es mittlerweile ein großes Netzwerk, das sich der Weiterentwicklung der Blasmusik widmet – und da ist es nur logisch, dass auch Johann Teil dieser lebendigen Gemeinschaft ist. Die BDMV, der Fachbereich Blasmusik, kümmert sich um alles Mögliche, von Wertungsspielen bis zur Ausbildung neuer Talente. Es ist ein ständiger Austausch, der die Musikszene am Leben hält.

So lebt Johann Berthold nicht nur für die Musik, sondern auch durch die Musik. Er ist ein Beispiel dafür, wie Leidenschaft und Engagement nicht nur das eigene Leben bereichern, sondern auch das der Menschen um einen herum. Die Melodien, die er spielt, und die Harmonien, die er singt, sind Teil eines größeren Ganzen – einer Tradition, die immer weiterlebt.