Es ist ein heißer Sommertag in Graz und der Steiermark, die Temperaturen klettern über die 30-Grad-Marke. Viele Familien, die dem brütenden Asphalt der Stadt entkommen wollen, suchen Abkühlung in den Brunnen – doch das ist nicht ganz unproblematisch. Hygiene-Experten warnen eindringlich davor, sich in diesen vermeintlichen Erfrischungsquellen zu vergnügen. Klaus Vander, ein Hygieniker, hebt den Finger: „Zirkulierendes Wasser kann Keime enthalten, die zu unangenehmen Haut- und Wundinfektionen führen können.“ Oh je! Das klingt alles andere als nach einer entspannten Abkühlung.

Die Leiterin des Grazer Gesundheitsamtes, Eva Winter, hat noch mehr zu sagen. Sie weist darauf hin, dass Brunnenwasser nicht nur ungeeignet zum Baden, sondern auch zum Trinken ist. Chemikalien und Schmutz könnten im Wasser lauern wie kleine Ungeheuer. Vor allem Kinder, die in den Brunnen planschen, sind gefährdet – Durchfall und eitrige Augeninfektionen sind nur einige der möglichen Folgen. Um das Ganze noch abzurunden, ist das Schwimmen in Brunnen laut der Grünanlagenverordnung der Stadt Graz sogar verboten. Und das gilt nicht nur für Menschen, auch Hunde müssen draußen bleiben. Wer sich jetzt denkt, dass die Mur eine Alternative wäre, der sollte dringend umdenken: Auch hier wird von einem Bad abgeraten. Fäkalbakterien und andere Krankheitserreger sind an der Tagesordnung.

Wasseranalyse: Ein Muss für Brunnenbetreiber

Die Situation erinnert an die in Speyer, wo viele Menschen eigene Brunnen besitzen und ebenfalls Bedenken bezüglich der Wasserqualität haben. Wolfgang Schimmele übergibt eine Wasserprobe zur Analyse, und das ist längst nicht die einzige. Am Montag nutzten 26 Speyerer die Gelegenheit, ihre Brunnen auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Peter Vögeli, ein aufmerksamer Gartenbesitzer, hat sogar einen ganz bestimmten Verdacht: Sein Brunnenwasser riecht unangenehm nach Fäkalien. Um sicherzugehen, lässt er das Wasser immer erst eine Zeit lang laufen, bevor er damit sein Grundstück in der Kleingartenanlage bewässert. Komischerweise wird vermutet, dass Verunreinigungen im Untergrund des Areals nahe des Stöckelgrabens für diesen Geruch verantwortlich sein könnten. Da kriegt man gleich ein mulmiges Gefühl.

Aber keine Panik – die Brunnenwasseranalyse ist nicht nur ein Pflichtprogramm, sondern auch ein wichtiger Schritt für die Gesundheit. Ob für die Inbetriebnahme oder die Wiederinbetriebnahme eines Brunnens, regelmäßige Kontrollen sind unerlässlich, um die Trinkwasserqualität sicherzustellen. Schließlich möchte man kein eisenhaltiges Wasser oder gar Krankheitserreger in der eigenen Suppe haben. Das Eurofins Umwelt-Labornetzwerk steht bereit, um bei der Umsetzung gesetzlicher Anforderungen zu unterstützen. Hier werden Proben genommen, analysiert und die Ergebnisse von qualifizierten Mitarbeitern in akkreditierten Laboren bewertet. Ein beruhigender Gedanke, oder? Die Trinkwasserverordnung legt zudem fest, welche Anforderungen an Trinkwasser gestellt werden – und das ist gut so.

Ein spannendes Thema ist die Eigenverantwortung der Brunnenbetreiber: Man hat die Sorgfaltspflicht, die Qualität des Trinkwassers im Auge zu behalten. Das Gesundheitsamt entscheidet, wie oft und in welchem Umfang die Untersuchungen stattfinden müssen. Und für all jene, die sich nicht mit den rechtlichen Aspekten auskennen, gibt es genügend Fachleute, die beraten und unterstützen können. So kann man sich darauf konzentrieren, die Sommertage in der Natur zu genießen – und das ohne unangenehme Überraschungen im Wasser!

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