In Völkermarkt ist etwas ins Rollen geraten, das den Anwohnern ein bisschen auf die Nerven geht. Seit Monaten stehen dort mehrere Pkw ohne Kennzeichen auf einem Schotterparkplatz und wirken fast wie verlassene Relikte einer anderen Zeit. Die Stadt hat nun die Geduld verloren und fordert die Fahrzeugbesitzer auf, ihre Autos zu entfernen. Wer sich nicht an die Aufforderung hält, muss mit einer kostenpflichtigen Abschleppung rechnen. Das Abstellen von Autos ohne Kennzeichen verstößt schließlich gegen die Straßenverkehrsordnung, und das lässt sich die Stadt nicht gefallen.
Die Polizeiinspektion Völkermarkt hat die Sache bereits in die Hand genommen. Sie versucht, die Halter der Fahrzeuge zu ermitteln. Bei zwei der Autos ist das allerdings bislang fehlgeschlagen, was nicht gerade für die Aufklärung spricht. Die Stadt hat eine öffentliche Aufforderung zur Entfernung dieser Fahrzeuge innerhalb von zwei Monaten erlassen. Regelmäßige Kontrollen im Gemeindegebiet sollen helfen, weitere widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge ausfindig zu machen. Eine lästige Angelegenheit, die man sich gerne ersparen würde, oder?
Ein Blick über die Grenzen hinaus
Ähnliche Situationen kennt man auch aus anderen Städten, wie zum Beispiel Bremen. Dort gibt das Ordnungsamt Haltern von herrenlosen Autos zwei Wochen Zeit, um ihre Fahrzeuge abzuholen, sonst wird abgeschleppt. Diese Autos stehen oft monatelang, manchmal sogar jahrelang an derselben Stelle – in einem Zustand, der kaum noch als fahrbereit durchgeht. Jährlich werden in Bremen mehrere hundert solcher Fahrzeuge abgeschleppt. Im Jahr 2022 waren es sogar 324, und für 2023 wird eine sinkende Tendenz von etwa 200 Fahrzeugen geschätzt. Das zeigt, dass man auch in anderen Städten nicht untätig bleibt, wenn es um die Beseitigung von schrottreifen Autos geht.
Die Gründe für solche herrenlosen Fahrzeuge können vielfältig sein. Manchmal sind die Halter verstorben oder wissen einfach nicht, dass ihre Autos nicht mehr auf öffentlichen Straßen stehen dürfen. Anwohner scheinen sich häufig über die unansehnlichen Autos zu beschweren, während Passanten oft positiv auf die Abschleppaktionen reagieren. Hotspots für diese Autos sind meist Industriegebiete, nicht Wohngegenden, wo man sich ein bisschen mehr um sein Umfeld kümmert.
In Bremen dokumentiert das Ordnungsamt Hinweise von Nachbarn über herrenlose Autos und hinterlässt Aufforderungen zur Entfernung. Nach zwei Wochen erfolgt dann das Abschleppen – wenn das Fahrzeug nicht entfernt oder zugelassen ist. Die Kosten können sich schnell summieren: 205 Euro für das Abschleppen, 105 Euro Verwaltungsgebühren und 100 Euro Stellplatzkosten pro Monat. Wer denkt, das wäre das Ende der Fahnenstange, der irrt. Bei Verschrottung oder Versteigerung werden die Kosten mit der Verkaufssumme verrechnet, und Überschüsse gehen an die Halter. Das klingt nach einem System, das zumindest versucht, Ordnung ins Chaos zu bringen.
Zurück nach Völkermarkt: Die Stadt hat mit ihrer Aufforderung an die Fahrzeugbesitzer ein Zeichen gesetzt. Die Hoffnung ist, dass die Halter sich melden, bevor das ganze Prozedere in eine kostenpflichtige Abschleppaktion mündet. Wer weiß, vielleicht gibt es ja auch in der kleinen Stadt an der Drau bald weniger schrottreife Autos, die das Stadtbild trüben.