Am 16. Mai wurde in der ehemaligen Synagoge in St. Pölten ein ganz besonderer Konzertabend gefeiert – und zwar vom gemischten Chor „MePZ Podjuna Pliberk/Bleiburg“. Die Veranstaltung fand im Rahmen der „Meisterkonzerte St. Pölten“ statt, auf Einladung der Stadt St. Pölten. Die Organisation lag in den bewährten Händen von Sabine Aichinger-Holzapfel, Dominik Mesner und Ulli Mesner, die diesen Abend mit viel Herzblut auf die Beine gestellt haben. Man kann sagen, die Location war einfach genial: Die ehemalige Synagoge, ein Ort mit historischer Bedeutung, verlieh dem Event eine ganz eigene Atmosphäre.
Der Abend war gespickt mit einem abwechslungsreichen und anspruchsvollen Programm, das die zweisprachige Kultur Kärntens wundervoll widerspiegelte. Das Publikum, unter denen sich auch Bürgermeister Matthias Stadler und Kulturabteilungsleiter Alfred Kellner befanden, war schlichtweg begeistert von der musikalischen Darbietung. Der Chor hat mit seiner Leidenschaft und Hingabe die Zuhörer in seinen Bann gezogen. Der langanhaltende Applaus am Ende war der verdiente Lohn für die Mühen. Und ja, Zugaben gab es auch noch – das ist immer ein gutes Zeichen!
Klangvolle Traditionen und neue Horizonte
Der „MePZ Podjuna Pliberk/Bleiburg“ ist ein wahrhaft bemerkenswerter gemischter Chor aus der Kärntner Grenzregion, der bereits 1974 ins Leben gerufen wurde. Hier kommen Sängerinnen und Sänger aus dem Jauntal (Podjuna) in Südkärnten zusammen, um gemeinsam ihre Liebe zur Musik auszudrücken. Die musikalische Palette reicht von slowenischen Volksliedern bis hin zu Kunstliedern in verschiedenen Sprachen – und sogar geistliche Werke von der Renaissance bis hin zu modernen Arrangements haben ihren Platz im Repertoire gefunden. Dabei wird auch oft mit anderen Künstler:innen zusammengearbeitet, was die Konzerte besonders spannend macht.
Die Chorgemeinschaft ist nicht nur national, sondern auch international aktiv. Auftritte in Österreich, Slowenien, Italien, Tschechien und Deutschland sind Teil ihrer beeindruckenden Biografie. Regelmäßige Veranstaltungen, wie das Internationale Adventsingen im Wiener Rathaus oder die „Galanacht der Chöre“ in Kärnten, zeigen, dass der Chor fest in der Musikszene verankert ist. Besonders bemerkenswert: 2023 wurde der Chor beim ORF-Kärnten-Chorwettbewerb als „Chor des Jahres“ ausgezeichnet – das spricht für sich!
Ein historischer Ort für besondere Klänge
Die ehemalige Synagoge in St. Pölten, wo das Konzert stattfand, ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Ort, der mit vielen Erinnerungen und Geschichten behaftet ist. In der Vergangenheit wurde dort synagogale Musik gepflegt, die Wurzeln in der europäischen christlichen Musik hat, aber auch jüdische Traditionen bewahrt. Historisch betrachtet war die Musik in diesen Mauern ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus wurde diese Tradition jedoch nahezu ausgelöscht – ein Verlust, der bis heute nachhallt. Heute gibt es wieder Bestrebungen, diese Musiktradition lebendig zu halten, vor allem durch Ensembles, die sich der Wiederbelebung der synagogalen Musik widmen.
Nach dem Konzert klang der Abend in einem gemeinsamen Abendessen im Hotspot Haubenlokal „Aelium“ in St. Pölten aus. Das war sicherlich ein schöner Abschluss eines gelungenen Abends. Wer den Chor einmal live erleben möchte, hat schon bald die Gelegenheit dazu: Am 29. Mai wird der „MePZ Podjuna Pliberk/Bleiburg“ bei der „Jauntaler Klangwolke“ in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena in Völkermarkt auftreten. Ein weiteres Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte!