Thermalbad am Klopeiner See: Hitze, Bürgerbeteiligung und ein Wettlauf um Transparenz
Gestern, am 1. Juli 2026, war die Sitzung des St. Kanzianer Gemeinderates ein echtes Spektakel. Der Sitzungssaal quoll über – 23 Mitglieder und mehr als 20 interessierte Zuhörer hatten sich versammelt. Der Grund für diesen Ansturm? Die geplante Errichtung eines Thermalbades und Hotels mit 400 Betten am Ostufer des Klopeiner Sees. Da wird nicht nur das Wasser, sondern auch die Gemüter heiß! Die Bürgerbeteiligung war so hoch, dass man fast hätte meinen können, es ginge um ein Fußballspiel.
Ein heikler Punkt auf der Tagesordnung waren die Punkte 16 und 17. Ursprünglich sollten diese unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt werden, doch auf Antrag des zweiten Vizebürgermeisters Oskar Preinig (SPÖ) wurde der öffentliche Teil wieder aufgemacht. Bürgermeister Thomas Krainz (SPÖ) erklärte, dass die ursprüngliche Entscheidung auf einer stillen Vereinbarung mit dem Projektwerber basierte – ein Versuch, die Entwicklung ohne viel Aufruhr über die Bühne zu bringen. Doch die Forderung nach Transparenz wurde laut. Gemeindevorstand Johannes Hobel (ÖVP) hob die Wichtigkeit hervor, gerade bei einem Projekt im Wert von 140 bis 160 Millionen Euro, und sprach von medialem Druck, der augenscheinlich gewirkt hatte.
Verträge und Thermalwasser
In der Sitzung ging es dann um zivilrechtliche Verträge zwischen der Merlago Projektentwicklung GmbH & Co KG und der Gemeinde St. Kanzian. Ein heißes Thema – nicht nur wegen des Thermalwassers! Die Zustimmung zur Änderung der Fälligkeit der Bankgarantie wurde ebenfalls besprochen. Gregor Kassl, ein Vertreter des Gemeinderates, forderte schriftliche Nachweise über den ausreichenden Thermalwasserbezug von der Projektwerberin. Ein Punkt, der für die Genehmigung von großer Bedeutung ist. Und komischerweise fragte Gemeinderat Stefan Dobnik (SPÖ) nach einer möglichen Präferenz der Projektwerber bezüglich des Thermalwassers. Das scheint irgendwie alles miteinander verknüpft zu sein, oder?
Bei der Abstimmung über Tagesordnungspunkt 16 erklärten sich sowohl Bürgermeister Krainz als auch Vizebürgermeister Preinig für befangen. Preinig wies darauf hin, dass die Projektwerber nicht verpflichtet seien, das Wasser von der Thermalwasser Klopein Betriebs GmbH zu beziehen. So viele Fragen schwirrten im Kopf der Zuhörer, und die Aufregung war förmlich greifbar. Der nächste Schritt nach der Genehmigung der Verträge durch das Land Kärnten? Die Umwidmung von rund 40.000 Quadratmetern Grundstück am Ostufer des Klopeiner Sees. Da wird’s bald richtig geschäftig werden!
Beteiligung und Partizipation
Aber was bedeutet das alles für die Bürger? Partizipation, so heißt es, kann formal oder informell erfolgen. In St. Kanzian zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die Menschen gehört werden. Formale Verfahren sind gesetzlich geregelt und definieren klar, wer sich beteiligen darf und wie die Abläufe sind. Das können Umweltverträglichkeitsprüfungen oder Naturschutzverfahren sein, wo die Stimmen der Bürger Gehör finden müssen. Informale Verfahren hingegen sind flexibler – Workshops und Bürgerforen bieten Raum für Austausch und Diskussion, was in der aktuellen Debatte über das Thermalbad vielleicht auch nötig ist.
Die Gestaltung solcher Beteiligungsprozesse ist entscheidend, um Akzeptanz und Vertrauen in die Entscheidungen der Politik zu fördern. In Zeiten, in denen Transparenz mehr denn je gefragt ist, können gut konzipierte Partizipationsinstrumente das Vertrauen der Bürger stärken. Schließlich wollen wir nicht nur informiert, sondern auch aktiv in die Entscheidungen einbezogen werden. Mit einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Bürger könnte das geplante Thermalbad mehr sein als nur ein neues Hotel – es könnte ein Ort des Zusammenkommens werden.
So bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die Gespräche um das Projekt am Klopeiner See zeigen, dass die Bürger nicht nur Zuschauer sind, sondern eine wichtige Stimme im Prozess haben. Und das ist schließlich etwas, worauf man stolz sein kann!
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