Kraft der Gemeinschaft: Wie Artur Kahlhofer den SV Afritz am See neu erfand
In den malerischen Landschaften rund um Afritz am See, wo die Berge sich majestätisch in den Himmel erheben und das Wasser in sanften Wellen plätschert, hat ein Mann eine kleine Revolution im Sport angestoßen. Artur Kahlhofer, ein 62-jähriger, der in seiner Jugend nach Wien aufbrach, um das Leben in der Großstadt zu erkunden, ist seit 13 Jahren Obmann des SV Afritz. Ursprünglich aus dem Theater- und Kulturbereich stammend, hat er die Zügel eines Vereins in die Hand genommen, der kurz vor dem Aus stand. Der SV Afritz war finanziell angeschlagen und sportlich ohne Perspektive, doch Kahlhofer wusste, wie man Brücken statt Grenzen baut.
Als er 2013 die Verantwortung übernahm, war der Verein nicht gerade in der besten Verfassung. Mit einer Mischung aus Leidenschaft und einem unerschütterlichen Glauben an die Gemeinschaft hat er den SV Afritz neu aufgestellt. Sponsoren wurden gewonnen, und das, was Kahlhofer als größten Erfolg bezeichnet, ist nicht das Gewinnen von Pokalen, sondern die Schaffung eines starken Miteinanders. „Wenn jeder seine Talente einbringt, sind wir unüberwindbar“, sagt er, und das merkt man nicht nur an seinen Worten, sondern auch an der Atmosphäre im Verein.
Auf der Erfolgsspur
In dieser Saison zeigt der SV Afritz eine beeindruckende Leistung in der 1. Klasse Mitte. Nach 17 Spielen stehen sie mit 38 Punkten an der Tabellenspitze. Der Obmann selbst beschreibt die letzten Spiele als „hart umkämpft“, aber das Team hat sich durch Taktik und Geschlossenheit ausgezeichnet. So wurden unter anderem ein 1:1 gegen Friesacher AC und ein 2:0 gegen Schiefling erzielt. „Wir haben eine Einheit zwischen Trainer und Mannschaft“, betont Kahlhofer, der die Trainer Robert Samonig und Co-Trainer Julian Eder als Glücksgriff bezeichnet. Die flache Hierarchie im Team sorgt dafür, dass kein Superstar im Vordergrund steht – der Star ist die Mannschaft.
Die Fans, die im Fußball oft als der „zwölfte Mann“ bezeichnet werden, spielen eine zentrale Rolle in diesem Erfolg. Kahlhofer weiß, wie wichtig die Unterstützung der Anhänger ist. „Ohne sie wären wir nur halb so stark“, sagt er. Der Kader bleibt stabil, mit nur wenigen Neuzugängen, und das Team hat sich als eine eingeschworene Gemeinschaft etabliert. Der Zusammenhalt ist spürbar, und das spiegelt sich auch in der Nachwuchsarbeit wider. Kahlhofer legt großen Wert darauf, dass die Kinder im Verein nicht nur Fußball spielen, sondern auch fürs Leben lernen. Geplante Workshops, Ausflüge und internationale Turniere zeigen, dass hier mehr als nur Sport betrieben wird.
Ein Blick in die Zukunft
Ein besonders spannendes Projekt steht ab Sommer 2026 auf der Agenda: das SV Afritz-Jugendprojekt Gegendtal. Hier soll die Ausbildung eigener Spieler intensiviert werden. Kahlhofer und sein Team haben ein Jahr lang an den Vorbereitungen gearbeitet, um finanzielle und personelle Ressourcen zu bündeln. Die Vision ist klar – eine starke Jugend, die den Verein nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Zukunft trägt. Auch wenn ein wichtiger Spieler einen schweren Unfall hatte, zeigt er bereits wieder Fortschritte im Training. Das Team hält zusammen, und das ist es, was den SV Afritz so besonders macht.
Im Herzen Kärntens, wo die Natur und die Gemeinschaft Hand in Hand gehen, hat Artur Kahlhofer nicht nur einen Fußballverein gerettet, sondern auch eine Gemeinschaft geformt, die bereit ist, für ihre Ziele zu kämpfen. Der SV Afritz ist mehr als nur ein Verein; er ist eine Familie, die zusammen wächst und über sich hinauswächst. Und vielleicht, nur vielleicht, ist das der wahre Sieg im Leben – ein Miteinander, das Brücken baut.
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