Die Geschichte von Afritz am See und Feld am See ist ein spannendes Kapitel in der Chronik des Gegendtals, das von einer bemerkenswerten Rivalität geprägt ist. Bis 1991 waren beide Orte eine gemeinsame Gemeinde, und die Bezeichnung „Feld am See“ wurde in den Jahren darauf auf „Feld am See–Afritz“ geändert. Doch die Eigenständigkeit der Orte erwies sich als ein unvermeidlicher Schritt. Ein Gesetz, das unter Landeshauptmann Jörg Haider 1989 beschlossen wurde, ermöglichte die Trennung der Gemeinden, und so gingen Afritz und Feld am See seit 1991 getrennte Wege – mit jeder Menge Geschichten und Anekdoten im Gepäck.

Eine der amüsantesten Geschichten erzählt von einem Traktor, der lieber im See versenkt wurde, als nach Afritz zu fahren. Ja, das zeigt schon, wie tief die Rivalität zwischen diesen beiden Orten verankert ist! Nicht zu vergessen der damalige Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr von Afritz, der einmal absichtlich Alarm auslöste, nur um die Reaktionszeit seiner eigenen Feuerwehr zu testen. Das sind die kleinen Scherze, die man in einer so engen Gemeinschaft immer wieder hört.

Die Wurzeln von Feld am See

Im Hochmittelalter begann die Besiedlung des Gegendtals, und 1308 wurde der Name „Gegend“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Sonnseite des Tales war bis etwa 1300 gerodet und besiedelt. Rauth, eine der bedeutendsten Siedlungen in der Region, verdankt ihren Namen der Rodungstätigkeit der frühen Siedler. Übrigens, das Wort „reuten“ bedeutet, durch das Entfernen von Bäumen und Sträuchern urbar zu machen – ein echter Ausdruck der harten Arbeit dieser ersten Landwirte.

Der Ort Feld am See selbst entstand im 18. Jahrhundert, insbesondere nach dem Bau der evangelischen Kirche im Jahr 1787. Ein weiteres bedeutendes Gebäude ist das 1632 erbaute Haus Brenn, das der Schnapsbrennerei und der Taverne diente und dem See seinen Namen gab. Ab Ende des 19. Jahrhunderts begann dann der Sommerfremdenverkehr, als Touristen die Schönheiten der Region entdeckten. Im Jahr 1851 wurde eine Volksschule eröffnet, die für die Bildung der einheimischen Kinder sorgte.

Trennungen und Umbenennungen

Die Gemeinde Feld konstituierte sich 1850, und 1931 wurde sie in Feld am See umbenannt. Zwischen 1973 und 1990 fand eine Zusammenlegung mit Afritz statt, die allerdings nicht von Dauer war. Nach einer Volksbefragung wurde die Trennung am 1. Jänner 1991 vollzogen. Interessanterweise blieben die von Radenthein stammenden Teile bei Feld am See, was die Eigenständigkeit des Ortes weiter festigte.

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Im Jahr 2001 wurde die Ortstafel von „Afritz am See“ in „Afritz am Ausfluss“ geändert. Und während der Afritzer See größtenteils auf dem Gemeindegebiet von Feld am See liegt, hat die Mirnock-Sage ihren eigenen Platz im Herzen der Einheimischen. Der Mirnock-Riese soll den Afritzer See und den Brennsee voneinander getrennt haben – ein Felssturz war das große Unheil, das diese beiden Gewässer trennte. Welch faszinierende Erzählung aus der Zeit, die die Vorstellungskraft anregt!

Die Bevölkerung und ihre Vielfalt

Im Jahr 2006 zählte die Gemeinde Feld am See 1.154 Einwohner, wobei 97,3 % die österreichische Staatsbürgerschaft hatten. Die Religionszugehörigkeit ist ebenfalls bemerkenswert: 66 % evangelisch, 27,5 % römisch-katholisch und 0,8 % islamisch. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Architektur der beiden Kirchen in Feld am See wider – der evangelischen Pfarrkirche und der katholischen Kirche St. Joseph.

Die Einwohnerzahlen von Feld am See schwanken über die Jahre. Von 547 im Jahr 1869 bis zu einem Hoch von 1.188 im Jahr 2001, um dann wieder auf 1.072 im Jahr 2021 zu sinken. Diese Entwicklung sagt viel über die Veränderungen in der Region und den Einfluss des Tourismus aus. Wer die Gegend besucht, spürt den Charme der kleinen Ortschaften, die trotz ihrer Rivalität eine gemeinsame Geschichte teilen.

So wird die Geschichte von Afritz am See und Feld am See zum lebendigen Zeugnis der Menschen, die in dieser einzigartigen Landschaft leben. Die kleinen Anekdoten, die Rivalitäten und die Entwicklung der beiden Orte – all das macht diese Region zu einem besonderen Fleckchen Erde, das es zu entdecken gilt. Wer weiß, vielleicht ist der nächste Besuch am Brennsee oder beim Afritzer See ohnehin schon für den Sommer geplant!

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