Kaufkraft im Lavanttal: Ein Aufruf zum Umdenken für lokale Geschäfte
In Unterkärnten tut sich so einiges! Eine frische Wirtschaftsstrukturanalyse von der Wirtschaftskammer Kärnten hat nun ans Licht gebracht, dass die Völkermarkter ein deutliches Kaufverhalten im Lavanttal zeigen – und das ist nicht gerade umgekehrt der Fall. Die Studie, die 22 Gemeinden in den Bezirken Wolfsberg und Völkermarkt unter die Lupe nimmt, beleuchtet die Kaufkraftabflüsse nach Klagenfurt und in angrenzende Regionen. Man könnte fast sagen, dass der Einkauf im Lavanttal für viele zu einer Art Ritual geworden ist.
Die Bevölkerungsentwicklung hat dabei einen ganz direkten Einfluss auf das verfügbare Kaufkraftvolumen hier in Unterkärnten. Es ist ja kein Geheimnis, dass trotz einer soliden Lebensmittelversorgung in vielen Ortszentren die Geschäfte langsam aber sicher rar werden. Das schwächt die Kaufkraft vor Ort. Und das ist schade, denn man könnte so viel mehr aus den kleinen, charmanten Geschäften herausholen!
Bevölkerungsentwicklung und Kaufkraft
Die LEADER-Region Unterkärnten hat auch zur Analyse beigetragen, um eine solide Grundlage für die Weiterentwicklung der Stadt- und Ortskerne zu schaffen. Leider zeigt sich, dass die Bevölkerungsentwicklung in Völkermarkt und Wolfsberg nicht gerade förderlich für die Handelsentwicklung ist. Wer hätte das gedacht? Die Kaufkraft der Unterkärntner liegt gerade mal bei 90 Prozent des österreichischen Durchschnitts. Das bedeutet, dass viele ihre Euros lieber außerhalb der Region, sei es im Internet oder anderswo, ausgeben. Die Online-Bestellungen haben mittlerweile ein ganz eigenes Leben entwickelt – und das ist nicht immer zum Vorteil der lokalen Geschäfte.
Touristen sind die wichtigste Kundengruppe des lokalen Einzelhandels. Rudolf Bredschneider, der Wirtschaftskammer-Obmann von Völkermarkt, hat kürzlich das Potenzial des Tourismus für den regionalen Handel betont. Die Prognosen sind optimistisch: Ab 2025 könnte der Tourismus um 15 Prozent zunehmen. Das lässt hoffen! Aber damit das auch für die lokalen Geschäfte fruchtet, muss die Wettbewerbsfähigkeit des stationären Handels dringend verbessert werden. Eine Herausforderung, die viele Unternehmer umtreibt.
Die Stimmen der Unternehmer
Einige Unternehmer äußern sich kritisch zur lokalen und regionalen Kaufkraftsituation sowie zu den hohen Mietpreisen, die das Geschäft nicht einfacher machen. Gerhard Oswald, der WK-Bezirksstellenobmann von Wolfsberg, sieht die Ergebnisse der Analyse als Bestätigung des Vertrauens in regionale Betriebe. Bei einer Befragung wurden 2617 Konsumenten, 484 Handelsbetriebe und 106 Unternehmer befragt – ein ganz schöner Aufwand, der aber zeigt, wie wichtig das Thema für die Region ist.
Es ist spannend zu beobachten, wie sich die wirtschaftlichen Gegebenheiten in den kommenden Jahren entwickeln werden. Interaktive Karten von den Statistischen Ämtern zeigen, dass auch in Deutschland viele Regionen wirtschaftlich schwächer aufgestellt sind. Über 3,8 Millionen Niederlassungen und mehr als 40 Millionen Beschäftigte – das sind Zahlen, die zum Nachdenken anregen. In vielen Ballungsräumen ist die Anzahl der Niederlassungen und Beschäftigten deutlich höher, was für die ländlichen Regionen eine Herausforderung darstellt.
Hierzulande könnte eine ähnliche Auswertung auch für Unterkärnten hilfreich sein. Die Frage bleibt: Wie können wir die Kaufkraft vor Ort stärken? Vielleicht ist es an der Zeit, die kleinen Geschäfte wieder ins Rampenlicht zu rücken und die Menschen dazu zu bewegen, in ihrer eigenen Nachbarschaft einzukaufen. Denn eines ist klar: Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen meistern und die Region lebendig halten.
