Heute ist der 24.04.2026 und die Region rund um St. Veit an der Glan spürt die Auswirkungen der aktuellen Trockenheit ganz deutlich. Während Landwirte und Gemeinden um jedes Tropfen Wasser kämpfen, ist die Niederschlagsmenge in Weitensfeld mit nur 66 Litern weit unter dem Durchschnitt von über 140 Litern. Ein besorgniserregender Trend, der auch die Wasserversorgung in der Umgebung betrifft. Der Fluss Glan, der normalerweise 3500 Liter Wasser pro Sekunde führt, hat sich auf alarmierende 1500 Liter reduziert. Historisch betrachtet ist das ein besorgniserregender Wert, der nur 2006 mit 800 Litern pro Sekunde unterboten wurde.
Im Tal sind die Grundwasserkörper aufgrund der aktuellen Bedingungen noch gut gefüllt, doch die Bergregionen kämpfen mit Problemen bei den Waldquellen. Bürgermeister Andreas Grabuschnig aus Eberstein berichtet von einer stabilen Wassersituation, doch auch hier gibt es einen Rückgang. Er appelliert an die Bürger, sorgsam mit dem kostbaren Wasser umzugehen, insbesondere wenn es um die Befüllung von Pools geht, die nur nach Anmeldung erfolgen darf. Um Wasserverluste zu reduzieren, werden Quellfassungen und Hochbehälter saniert.
Aktive Maßnahmen der Gemeinden
Die Gemeinden in der Umgebung sind sich der Problematik bewusst und handeln aktiv. Bürgermeister Peter Grabner aus Metnitz ist auf der Suche nach neuen Wasserquellen und hat bereits eine neue Quelle in Grades gebaut. Auch die Gemeinde St. Georgen am Längsee hat eine neue Quelle in der Nähe der Burg Hochosterwitz angeschlossen. Bürgermeister Wolfgang Grilz plant, einen Hochbehälter zu bauen und hat bereits zwei weitere Quellen gefasst, um die Wasserversorgung zu sichern.
Feldkirchen und St. Veit hingegen vermeldeten bislang keine Wasserknappheit. Bürgermeister Martin Treffner aus Feldkirchen betont, dass ausreichende Wasserreserven vorhanden sind. St. Veit hat sogar doppelt so viel Wasser wie benötigt und eine große Wasserleitung vom Krappfeld sichert die Versorgung. Um jedoch mögliche Probleme im Leitungsnetz zu vermeiden, bittet Bürgermeister Martin Kulmer um rechtzeitige Anmeldung zur Pool-Befüllung – in St. Veit sind 450 Schwimmbecken bzw. Pools registriert.
Ursachen und Herausforderungen
Die Ursachen für die Wasserknappheit sind vielfältig und reichen von klimatischen Bedingungen mit geringem Wasserdargebot bis hin zu Wasserqualitätsproblemen, wie beispielsweise Nitratbelastung. Die letzten Dekaden waren von anhaltender Trockenheit geprägt, und die Unsicherheiten bei zukünftiger Wassernutzung sowie Klimavariabilität stellen eine große Herausforderung dar. Regionen müssen sich anpassen, um der Wasserkrise entgegenzuwirken, was durch die Einrichtung von Fernwasserleitungssystemen und Limitierungen bei Wasserentnahmen geschehen kann.
Insgesamt ist die zukünftige Wasserknappheit ein komplexes Problem, das schwer zu prognostizieren ist. Die Gemeinden in Kärnten sind jedoch entschlossen, durch gezielte Maßnahmen und ein verantwortungsvolles Management der Wasserressourcen die Versorgung zu sichern und die Auswirkungen der Klimakrise zu bewältigen.