Im Bezirk Spittal an der Drau kämpfen die Landwirte derzeit mit den Auswirkungen einer enormen Trockenheit. Diese Herausforderung hat die Erträge in den letzten Monaten stark beeinträchtigt. Peter Weichsler, der Leiter der Landwirtschaftskammer-Außenstelle, macht keinen Hehl daraus, dass die Situation für viele Betriebe ernst ist. In einigen Gemeinden fehlen nach dem ersten Schnitt rund 20 % der Ernte, während auf exponierten südseitigen Berghängen sogar mit bis zu 80 % weniger Ertrag gerechnet wird. Das ist richtig bitter! Der jüngste Niederschlag hat zwar ein wenig Entlastung gebracht, doch für den ersten Aufwuchs kam er schlichtweg zu spät.

Die Landwirte stehen nun vor der Herausforderung, den ersten Schnitt trotz der geringeren Erträge und der schlechteren Qualität einzubringen. Ein Lichtblick: In Kleblach-Lind hat der Regen bereits positive Auswirkungen auf die geernteten Flächen gezeigt. Mais und Getreide haben die Trockenperiode besser überstanden als befürchtet, sodass hier keine dramatischen Einbußen zu verzeichnen sind. Allerdings gibt es auch Probleme bei der Wasserversorgung auf den Almen – einige Weideflächen bleiben ungenutzt. Zum Glück ist die Trinkwasserversorgung für die Tiere gesichert, aber Futter muss zugekauft werden.

Die Herausforderungen der Trockenheit

Die Trockenheit ist zwar kein existenzielles Problem für die Landwirtschaft in Oberkärnten, doch sie setzt einzelne Betriebe unter Druck. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang des Rinderbestands in der Region: Von 41.696 Rindern im Jahr 2000 werden bis 2025 nur noch 31.839 gezählt. Auch der Schafsbestand geht zurück, während die Zahl der Ziegen und Pferde leicht ansteigt. Immer mehr Betriebe entscheiden sich, keine Tiere mehr zu halten und konzentrieren sich stattdessen auf den Verkauf von Futter. Das ist ein gewaltiger Wandel in der Landwirtschaft, der nicht unbeachtet bleiben sollte.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Anpassung an die Trockenheit ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance. Langfristige Maßnahmen wie angepasste Landbewirtschaftung können helfen, die Resilienz gegenüber Extremereignissen zu erhöhen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat beispielsweise ein Dürre-Wissensportal ins Leben gerufen, das Informationen und Strategien zur Anpassung an Dürreereignisse bereitstellt. Auch in Deutschland wird an Lösungen gearbeitet, um den Klimawandel in der Wasserwirtschaft zu begegnen.

Strategien zur Anpassung

Die Strategien zur Anpassung sind vielfältig. Angepasste Fruchtfolgen und die Züchtung klimaangepasster Sorten sind nur einige der Ansätze, die derzeit verfolgt werden. Techniken wie effiziente Bewässerung, Mulchsaat und Frostschutz können die Risiken durch extreme Wetterlagen mindern. In der Tierhaltung helfen neue Stalltechniken, Hitzestress und Futtermangel zu reduzieren. Die Wissenschaft geht dabei Hand in Hand mit der Praxis – staatliche Förderungen unterstützen die Landwirte, die in technische Anlagen investieren und ihre Betriebe diversifizieren möchten.

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Der Klimawandel bringt nicht nur Herausforderungen mit sich, sondern auch neue Chancen. Längere Vegetationsperioden könnten für den Anbau wärmeliebender Sorten von Vorteil sein. Dazu zählen neue Kulturen wie Sorghum-Hirse und Sojabohnen, die in Zukunft möglicherweise an Bedeutung gewinnen werden. Während wir uns also mit den Herausforderungen der Trockenheit auseinandersetzen, dürfen wir die Chancen, die sich aus diesen Veränderungen ergeben, nicht aus den Augen verlieren. Das ist ein Balanceakt, der wohl noch eine Weile dauern wird. Und so dreht sich das Rad der Landwirtschaft weiter, immer im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation.