Heute ist der 28.05.2026 und wir befinden uns in Klagenfurt am Wörthersee. Die Luft hier ist frisch, die Sonne scheint, aber in den Hinterhöfen der Stadt sieht die Realität ganz anders aus. Die Caritas Kärnten, die sich um die Belange wohnungsloser Menschen kümmert, steht personell und finanziell „an der Grenze der Belastbarkeit“. Das ist eine ernüchternde Tatsache, denn die Zahl der wohnungslosen Menschen hat sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt. Im vergangenen Winter gab es Rekordnächtigungen im Eggerheim, einer Anlaufstelle für Menschen in Not. Hier warten viele auf einen festen Wohnraum – bis zu neun Monate! In der Zwischenzeit sind sie gezwungen, in Notquartieren zu leben.
Das Eggerheim versorgt jährlich rund 1.000 Menschen, aber es wird stark auf Spenden angewiesen. Und die finanzielle Unterstützung? Die Gemeinden und das Land übernehmen weniger als die Hälfte der Kosten für soziale Einrichtungen. Das ist schon irgendwie grotesk, wenn man bedenkt, dass Wohnen ein Grundrecht ist. Stattdessen wird es häufig als Renditeobjekt betrachtet. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch gefährlich. Zunehmende Gewalt gegen obdachlose Menschen, einschließlich Angriffe auf das Eggerheim, wirft ein düsteres Licht auf unsere Gesellschaft.
Hilfe in der Kälte
Wenn die Temperaturen fallen, wird die Lebenssituation für wohnungslose Menschen noch schwieriger. Das Kältetelefon, ein hilfreiches Angebot der Caritas, ist von November bis März im Einsatz. Hier können besorgte Bürger anrufen, wenn sie Menschen draußen in der Nacht sehen. Einfach ansprechen und Hilfe anbieten – das ist die Devise. Im Notfall kann die Rettung unter Tel.: 144 gerufen werden. Ein kleiner Tipp: Das Kältetelefon ist von 18 bis 6 Uhr unter Tel.: 0463 39 60 60 erreichbar. Kooperationen zwischen Caritas Kärnten und dem Roten Kreuz Kärnten sorgen dafür, dass Kälteopfer nach einem Anruf in eine Notschlafstelle gebracht werden, wo sie einen warmen Schlafplatz und eine Mahlzeit erhalten. Das klingt nach einer kleinen Rettung für viele, oder?
Die kritischen Stimmen werden lauter. Es braucht mehr Gemeindewohnungen und leistbaren Wohnraum, damit Menschen nicht in die Obdachlosigkeit abrutschen. Die Menschen hier in Klagenfurt und darüber hinaus setzen sich für die Rechte wohnungsloser Menschen ein. Wohnen wird zunehmend als Menschenrecht betrachtet, nicht als Ware, die man einfach kaufen oder verkaufen kann. Ein Aufruf an alle: Lasst uns gemeinsam die Stimme erheben und für ein menschliches Miteinander kämpfen!