Die Unternehmensnachfolge – ein Thema, das vielen Unternehmer:innen in Kärnten schlaflose Nächte bereitet. Jährlich stehen rund 500 Betriebsübergaben an, das macht fast zwei Übergaben pro Tag. Das klingt ja schon fast nach einem Wettlauf gegen die Zeit! Besonders herausfordernd wird es, wenn die Nachfolge nicht im Familienkreis stattfindet, was in den letzten Jahren zunehmend der Fall ist. Mehr Bedarf an externen Übernehmer:innen ist die Folge – und genau hier setzt das „Forum Betriebsnachfolge“ an.

Dieses Forum schafft eine Plattform, auf der Betriebsübergeber:innen und potenzielle Übernehmer:innen miteinander ins Gespräch kommen können. In einem Speed-Dating-Format, wo jede:r Teilnehmer:in 15 Minuten Zeit hat, um Kontakte zu knüpfen und Perspektiven auszuloten, wird das Kennenlernen sicher nicht zur trockenen Angelegenheit. Es geht darum, Lebenswerke zu sichern, Betriebe weiterzuführen und vor allem Arbeitsplätze in der Region zu erhalten. WK-Vizepräsidentin Nika Basic betont die Bedeutung einer frühzeitigen Planung und die richtigen Kontakte, um die Übergabe erfolgreich zu gestalten. Schließlich, als Unternehmer:in in Kärnten, möchte man ja nicht nur einen Betrieb abgeben, sondern auch sicherstellen, dass alles in guten Händen ist!

Der Weg zur erfolgreichen Nachfolge

Die Übernahme eines bestehenden Betriebs bietet zahlreiche Chancen. Da sind die bestehenden Strukturen, die treue Kundschaft und das wertvolle Wissen, das über die Jahre aufgebaut wurde. Lucija Wakounig, Leiterin des Gründerservice der Wirtschaftskammer Kärnten, bestätigt die steigende Bedeutung externer Nachfolgen. Man merkt, dass die Nachfrage nach professioneller Beratung in diesen Zeiten ebenfalls wächst. Die Wirtschaftskammer selbst bietet umfassende Unterstützung an, inklusive rechtlicher, steuerlicher und finanzieller Expertise – das ist Gold wert, denn die Nachfolgeplanung erfordert eine rechtzeitige und sorgfältige Vorbereitung.

Ein Beispiel dafür ist Michael Eidenmüller, Geschäftsführer von Auto-Scholz. Er plant die Nachfolge gemeinsam mit seiner Tochter, Fiona Eidenmüller. Für die junge Frau ist diese Herausforderung nicht nur eine große Verantwortung, sondern auch eine Chance, die sie mit beiden Händen ergreift. Auch ihr Vater bleibt aktiv an der Seite, um den Übergabeprozess zu unterstützen. Experten raten, bereits fünf bis zehn Jahre vor der geplanten Übergabe mit der Nachfolgeplanung zu beginnen. Die Zeit vergeht schneller, als man denkt!

Rechtliche und steuerliche Aspekte

Die rechtlichen und steuerlichen Aspekte der Betriebsübergabe sind häufig komplex und variieren je nach Art der Übergabe. Bei einem Verkauf kommen verschiedene Ertragsteuern ins Spiel, darunter Einkommensteuer und Körperschaftsteuer. Bei unentgeltlichen Übertragungen innerhalb der Familie ist die Erbschaftsteuer relevant. Die Freibeträge sind hier entscheidend: 400.000 Euro für Kinder, 500.000 Euro für Eheleute – das kann viel Geld sparen! Wenn es um eine vorzeitige Übertragung innerhalb der Familie geht, können auch Schenkungsteuern eine Rolle spielen.

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Die Unternehmensnachfolge kann entweder steuerbegünstigt oder steuerneutral erfolgen, vorausgesetzt, bestimmte Bedingungen wie die Lohnsumme oder die Weiterführung des Unternehmens werden erfüllt. Zu den gängigen Transaktionsarten gehören der Asset Deal, bei dem einzelne Vermögenswerte verkauft werden, und der Share Deal, bei dem Unternehmensanteile verkauft werden. Interessanterweise bevorzugen Käufer meist Asset Deals, während Verkäufer oft Share Deals aufgrund der steuerlichen Vorteile anstreben.

Verträge und rechtliche Fallstricke

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Verträge, die bei der Nachfolgeregelung eine zentrale Rolle spielen. Der Unternehmenskaufvertrag sollte alle rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse klären – von Kaufgegenstand und Kaufpreis über den Übergabezeitpunkt bis hin zu Gewährleistungen. Bei Verkäufen von Gebäuden oder Grundstücken ist eine notarielle Beurkundung erforderlich. Auch der Kauf von Gesellschaftsanteilen benötigt eine notarielle Beurkundung und die Prüfung des Gesellschaftsvertrags kann ebenfalls notwendig werden.

Zusätzlich sollten auch arbeitsrechtliche Aspekte nicht aus den Augen verloren werden. Arbeitsverhältnisse gehen gemäß § 613a BGB auf den neuen Eigentümer über. Kündigungen sind in dieser Übergangsphase nicht möglich, und Arbeitnehmer müssen über den Übergang informiert werden. Das kann ganz schön herausfordernd sein – gerade wenn man an die menschlichen Schicksale denkt, die hinter diesen Zahlen stehen!

All diese Aspekte der Unternehmensnachfolge sind wichtig, um die Kontinuität eines Unternehmens zu gewährleisten. In Kärnten, wo die wirtschaftliche Landschaft von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt ist, müssen Unternehmer:innen sich diesen Herausforderungen stellen. Und sie tun es mit einer großen Portion Entschlossenheit und einem Blick auf die Zukunft.