Am Sonntag, dem 28. Juni 2026, wurde im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten ein ganz besonderer Moment der Literaturgeschichte gefeiert: Der 50. Ingeborg-Bachmann-Preis ging an die deutsche Autorin Lena Schätte für ihren bewegenden Text „Was wir tragen“. Es war nicht nur ein Sieg für Schätte, die sich gegen 13 Mitbewerber durchsetzte, sondern auch eine Hommage an die Klagenfurter Dichterin Ingeborg Bachmann, deren 100. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Ein wirklich großer Anlass!

Die Veranstaltung war über fünf Tage hinweg live im Fernsehen und online zu verfolgen, über 18 Stunden Programm! Man konnte die Lesungen, Jurydebatten und die Preisverleihung in voller Länge auf 3sat erleben – und das erstmals auch die Eröffnung live im Fernsehen übertragen wurde, war eine spannende Neuerung. Moderiert von Peter Fässlacher und Cécile Schortmann, bot der Wettbewerb nicht nur tolle Texte, sondern auch einen tiefen Einblick in die literarische Welt. Helga Schubert, selbst Preisträgerin, hielt die 27. Klagenfurter Rede zur Literatur – eine fesselnde Ansprache, die sicherlich viele bewegt hat.

Ein Preis mit Bedeutung

Lena Schätte, die ihren Ursprung in Lüdenscheid hat und jetzt in Altena lebt, sprach von ihrem Sieg als „Fiebertraum“. Ihr Text, der die Freundschaft zweier übergewichtiger Schülerinnen behandelt, wurde als von „existenzieller Wucht“ beschrieben. Juror Thomas Strässle lobte die einfühlsame Behandlung des Themas Ausgrenzung, ohne dabei in Anklage oder Belehrung zu verfallen. Das Publikum war begeistert, und so erhielt Schätte neben dem Hauptpreis von 30.000 Euro auch den Publikumspreis – das ist schon etwas ganz Besonderes!

Der Preis selbst ist nicht nur ein finanzieller Zuschuss für die Autorin, sondern auch eine bedeutende Auszeichnung in der deutschsprachigen Literatur. Schätte ist nicht die erste, die mit diesem Preis geehrt wurde. Zu den früheren Preisträgern zählen Größen wie Sten Nadolny, Sibylle Lewitscharoff und Uwe Tellkamp. Im Vorjahr wurde Natascha Gangl für ihren Text „DA STA“ ausgezeichnet.

Ein Jahr voller Ehrungen

Im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs wurden auch weitere Preise vergeben: Kinga Tóth erhielt den Kelag-Preis für „OstblockMädl“ und Ozan Zakariya Keskinkilic wurde mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet. Magdalena Schrefel durfte sich über den 3sat-Preis freuen für ihr Werk „Kirschen, Herz mit Verband“. Insgesamt wurden Preise im Wert von 75.000 Euro vergeben – ein fantastisches Zeichen für die Literatur!

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Aber das ist noch nicht alles: Klagenfurt hat das Jahr 2026 zum Bachmann-Jahr erklärt und ein Sonderbudget von 50.000 Euro bereitgestellt, um die kulturelle Bedeutung dieses Jahrestages zu unterstreichen. Am 25. Juni wurde darüber hinaus eine beeindruckende Skulptur von Anselm Kiefer im Geburtshaus von Ingeborg Bachmann enthüllt, und das Ingeborg-Bachmann-Haus feierte sein erstes Jahr als Literaturmuseum. Das wird ganz sicher die Literaturbegeisterten der Region anziehen!

Fortsetzung der Feierlichkeiten

Die Feierlichkeiten rund um das Bachmann-Jahr werden bis in den Herbst hinein fortgesetzt. Ein Konzertabend am 15. November verspricht einen feierlichen Ausklang dieses besonderen Jahres. Alle Lesungen und Debatten sind zudem on demand auf bachmannpreis.ORF.at abrufbar – eine wunderbare Möglichkeit, die literarischen Höhepunkte nachträglich zu erleben!

Ingeborg Bachmann selbst wäre am 25. Juni 2026 100 Jahre alt geworden. Ihr Werk und ihre Stimme leben weiter, und der Bachmann-Preis bleibt ein bedeutender Teil der literarischen Landschaft im deutschsprachigen Raum. Die Worte von Klaus Kastberger, dem Juryvorsitzenden, hallen nach: Literatur hat die Kraft, die Welt zu verändern. Das ist nicht nur eine Floskel, es ist ein Aufruf, den wir gemeinsam annehmen sollten.

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