In Klagenfurt am Wörthersee ist die anhaltende Trockenheit zurzeit ein heißes Thema. Der Wasserstand in den Flüssen, insbesondere der Glan, ist besorgniserregend niedrig. An der Messtation Professor-Deutschgasse werden gerade einmal 154 cm gemessen, und an der Station Zell sind es sogar nur 48 cm (Stand: 11. Mai, 8 Uhr). Erich Eibensteiner, der Geschäftsführer des Wasserverbandes Glan, betont, dass wir uns noch nicht am historischen Tiefststand befinden, aber die Situation ist alles andere als rosig. Die Trockenheit fördert nicht nur das Algenwachstum, sondern wirft auch Fragen zur Wasserqualität und den Auswirkungen auf die heimische Fischpopulation auf.
Besonders auffällig ist das verstärkte Algenwachstum, das vor allem bei der Nelson-Mandela-Brücke zu beobachten ist. Die Geldgrünalge Vaucheria hat sich dort offensichtlich wohlgefühlt. Die Ursachen sind vielfältig: zu wenig Niederschlag, keine Sedimentbewegungen, steigende Temperaturen und zusätzliche Nährstoffeinträge, etwa durch Fichtenpollen. Anrainer äußern besorgte Stimmen über die möglichen Auswirkungen auf die Fischarten, die in der Glan leben – darunter Karpfen, Barben und Äschen. Eibensteiner jedoch beruhigt: Algen nehmen durch Photosynthese Sauerstoff auf und stellen laut seiner Aussage keine Gefahr für die Fische dar. Dennoch bleibt die Frage, wie die Algenproblematik gelöst werden kann. Eine Idee wäre, dass ausreichende Niederschläge den Abtransport der Algen unterstützen könnten. Martin Ortner von GeoSphere Austria erwartet flächendeckende Niederschläge von 10 bis 20 Litern pro Quadratmeter.
Trockenheit im Kontext
Die Herausforderungen, die die Trockenheit mit sich bringt, sind nicht nur lokal zu sehen. Auch in anderen Regionen, wie etwa in Deutschland, gibt es Anpassungsmöglichkeiten in der Wasserwirtschaft und Landwirtschaft. Hier wird zwischen langfristigen und kurzfristigen Maßnahmen unterschieden. Eine angepasste Landbewirtschaftung könnte langfristigen Schutz gegen Extremereignisse bieten. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat sogar ein Dürre-Wissensportal (DWP) ins Leben gerufen, welches Informationen zu Dürreereignissen bereitstellt. Diese Art von Informationssystemen ist entscheidend, um rechtzeitig reagieren zu können.
Doch die Frage bleibt: Wie kann man der Trockenheit auf Dauer begegnen? Eine nationale Wasserstrategie wurde erst am 15.03.2023 beschlossen, mit dem Ziel, die natürlichen Wasserressourcen zu schützen und den nachhaltigen Umgang mit Wasser zu fördern. Maßnahmen zur Renaturierung und Wasserrückhalt in der Fläche stehen dabei im Mittelpunkt. Auch die Verbesserung von Daten und Prognosemöglichkeiten ist ein zentraler Punkt, um den Wasserhaushalt besser im Griff zu haben.
Die Lehren aus der Vergangenheit
Ein Blick zurück zeigt, dass das Trockenjahr 2018 bereits einen Stresstest für die Wasserversorgung in Deutschland darstellte. Lange Trockenheit und hohe Temperaturen führten zu einem erhöhten Wasserbedarf, und die Wasserversorger mussten sich neu orientieren. Das Jahr 2018 wird als Folge des Klimawandels betrachtet, und auch in Zukunft sind extreme Trockenphasen zu erwarten. Wasserversorger stehen somit in der Verantwortung, ihre Systeme auf Resilienz zu prüfen. Die Diskussion über den Vorrang der Trinkwasserversorgung vor anderen Nutzungen ist notwendig und sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden.
Die klimatischen Veränderungen sind nicht zu ignorieren. Auch hierzulande ist es wichtig, sich auf die kommenden Herausforderungen einzustellen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Ob durch angepasste Bewässerungsmethoden, die Förderung von grünen Infrastrukturen oder durch die Diversifizierung von Kulturarten – es gibt viele Wege, die Resilienz gegenüber Trockenheit zu steigern. Die Zukunft unserer Gewässer hängt von den Entscheidungen ab, die wir heute treffen.