Heute ist der 7. Mai 2026, und in Kärnten haben wir eine Trockenheit, wie sie schlimmer nicht sein könnte. Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft sind dramatisch. Ohne die dringend benötigten Regenfälle – es wäre gut, wenn da bis zu 50 Liter pro Quadratmeter vom Himmel kämen – wird es zu einem Ernteausfall von 20 bis 70 Prozent kommen. Das hat der Präsident der Kärntner Landwirtschaftskammer, Siegfried Huber, so deutlich gemacht. Nach 31 Jahren als Bauer kann er mit Überzeugung sagen, dass er so eine frühe Trockenheit noch nie erlebt hat. Im April lag das Niederschlagsdefizit bei bis zu 85 Prozent. Das sind Zahlen, die einem den Atem rauben!
Die Situation ist nicht nur für die Bauern besorgniserregend. Im Lavanttal versiegen bereits die Quellen, und die Feuerwehr muss Wasser für Tiere transportieren. Der Wasserstand im Bleistätter Moor am Ossiacher See liegt 50 cm unter dem Normalniveau. Das hat auch seine Folgen: Der erste Grasschnitt ist vielerorts bereits ausgefallen, und es wird mit Notverkäufen von Rindern gerechnet. Mais kann zwar keimen, vertrocknet dann aber in der Erde. Man fragt sich, was da noch zu retten ist. Und der eingebrachte Mineraldünger? Der entfaltet durch diese Trockenheit seine Wirkung nicht – ein Teufelskreis.
Politik und Lösungen
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hat die Notwendigkeit von Investitionen in Bewässerung und Wasserspeicherung hervorgehoben. Die Landwirtschaftskammer fordert die Freigabe von 9.000 Hektar Biodiversitätsflächen zur Futterversorgung. Gespräche auf politischer Ebene laufen bereits, und man hofft auf eine baldige Lösung. Klar ist: Die Prognosen deuten auf zukünftige Klimaveränderungen hin, die es notwendig machen, neue Bewässerungssysteme zu installieren. Und das nicht nur in Kärnten – Österreichweit haben wir die trockenste März-April-Periode seit Beginn der Messungen mit einem Rückgang von 63 Prozent im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020. Wenn ich das so sage, wird mir ganz anders.
Die Waldlandschaft steht ebenfalls unter Stress. Die Borkenkäferproblematik verschärft sich, und die Gefahr von Waldbränden ist extrem hoch. Auch hier zeigt sich, wie sehr der Klimawandel bereits in unseren Alltag eingreift und welche Herausforderungen uns noch bevorstehen. Die Klimamodelle deuten auf tendenziell sinkende Niederschlagsmengen im Sommer und steigende im Winter hin – ob das wirklich der Weg ist, den wir gehen wollen?
Anpassungsstrategien
In der Wasserwirtschaft und Landwirtschaft gibt es allerdings auch Anpassungsmöglichkeiten an Trockenheit und Dürre. Langfristige und kurzfristige Maßnahmen sind entscheidend. Die angepasste Landbewirtschaftung kann langfristigen Schutz bieten. Es gibt sogar ein Dürre-Wissensportal, das vom Bundeslandwirtschaftsministerium ins Leben gerufen wurde. Hier bekommt man einen Überblick über die Begriffsdefinitionen und die Dürre-Informationssysteme. Das ist wichtig, denn ohne zuverlässige Informationssysteme werden wir kaum schnell auf Dürreereignisse reagieren können.
Die nationale Wasserstrategie, die am 15. März 2023 beschlossen wurde, hat das Ziel, unsere natürlichen Wasserressourcen zu schützen und einen nachhaltigen Umgang mit Wasser zu fördern. Und was das bedeutet? Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser für alle und Unterstützung des natürlichen Wasserhaushalts. Effiziente Bewässerung sowie Maßnahmen zur Renaturierung und Wasserrückhalt in der Fläche stehen im Vordergrund. Hier ist es wichtig, dass auch die Kommunen sich an die neuen Bedingungen anpassen. Schließlich sind wir alle in diesem Boot.
Am Ende des Tages bleibt nur zu hoffen, dass die ersten Entspannungen der Trockenheit bald eintreten – vielleicht im Westen und Südwesten Österreichs bis Anfang kommender Woche? Das wäre ein Lichtblick in dieser dürren Zeit.