In Hermagor wird in diesem Jahr groß gefeiert! Am 9. Mai 2026 jährt sich der Geburtstag der berühmten Schriftstellerin Ingeborg Bachmann zum 100. Mal. Mit einem festlichen Auftakt in der Ingeborg-Bachmann-Passage wird diesem besonderen Anlass Rechnung getragen. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr beim „Heimweg“ und wird von Bürgermeister DI Leopold Astner eröffnet. Auch die Bachmann-Expertin Mag. Dr. Doris Moser von der Alpen-Adria-Universität wird mit einer Festrede zur Feier beitragen.
Ein literarischer Teil der Feierlichkeiten wird von Alma Petschacher und Jakob Waldner gestaltet, die das Gedicht „Heimweg“ vortragen. Musikalisch umrahmt wird das Ganze von „Silkosonic & friends“. Nach der offiziellen Veranstaltung sind alle Gäste herzlich zu einem gemeinsamen Ausklang eingeladen, um den Tag gebührend zu feiern und sich über die Bedeutung von Bachmanns Werk auszutauschen.
Einblicke in das Jubiläumsjahr
Das Jubiläumsjahr bietet noch viele weitere Highlights. Am 21. Mai wird die Eröffnung der Bachmann-Kuppel im Gailtal Museum gefeiert. Im Juni stehen Literaturveranstaltungen in Obervellach und ein Gailtaler Literaturfrühstück auf dem Programm. Diese Veranstaltungen unterstreichen die anhaltende Relevanz von Ingeborg Bachmanns literarischem Schaffen und ihrer Person in der Region und darüber hinaus.
Die Ingeborg-Bachmann-Passage selbst, die im Herbst 2023 eröffnet wurde, ist ein weiteres Zeichen der Würdigung. Sie wurde anlässlich des 50. Todestages der Schriftstellerin in eine städtische Baulücke umbenannt, was in enger Abstimmung mit der Stadtgemeinde Hermagor-Presseggersee geschah. Die künstlerisch gestalteten Schilder stammen von der Malerin Inge Lasser und sind inspiriert von Bachmanns Titel „Wohin aber gehen wir?“. An der West-Fassade der Raiffeisenbank wurde zudem eine „Ingeborg Bachmann Gedenkbank“ aufgestellt, die für eine ruhige Auszeit inmitten des städtischen Treibens einlädt.
Ein Leben voller Worte und Emotionen
Ingeborg Bachmann wurde 1926 in Klagenfurt geboren. Sie war das erste Kind von Olga und Matthias Bachmann und wuchs in einer musikalisch geprägten Familie auf. Nach ihrer Schulzeit begann sie in Innsbruck ein Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte, das sie später in Graz und Wien fortsetzte. Ihre literarische Karriere nahm in den 1950er Jahren Fahrt auf, in einer Zeit, in der ihre Werke und ihr Lebensstil die gesellschaftlichen Konventionen herausforderten.
Die Schriftstellerin war nicht nur für ihre Lyrik bekannt, sondern auch für ihre kritischen Auseinandersetzungen mit der Gesellschaft. Ihr Nachlass befindet sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek, und ihr Werk wird durch den Ingeborg-Bachmann-Preis gewürdigt, der 1977 ins Leben gerufen wurde. Bereits 2025 wird ihr Elternhaus in Klagenfurt als Museum eröffnet, was ihr Erbe weiter lebendig hält.
Die Feierlichkeiten in Hermagor sowie die kontinuierlichen Bemühungen um die Aufwertung des öffentlichen Raumes durch die Ingeborg-Bachmann-Passage sind Teil eines größeren kulturellen Erbes, das die Region mit Stolz trägt. Im Sinne der Gleichberechtigung und der Verantwortung für kulturelle Vielfalt wird die Passage in den kommenden Jahren weiterentwickelt, mit einem Themenweg bis nach Obervellach, wo bereits ein Bachmann-Brunnen steht.
So ist das Erbe von Ingeborg Bachmann nicht nur in ihren Werken zu finden, sondern auch in den Herzen der Menschen, die sich für Literatur, Gleichberechtigung und kulturelle Identität einsetzen.