In Hermagor wird bald ein ganz besonderer Abend stattfinden! Am 17. Juni 2026, um 19.15 Uhr, lädt die Stadt zu einem Themenabend ein, der sich mit dem spannenden und oft missverstandenen Leben der jüdischen Gemeinde in Österreich befasst. Der Vortrag von KR MMag. Elie Rosen, dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, verspricht nicht nur interessante Einsichten, sondern auch einen Blick auf die Identität, Traditionen und das Verhältnis zur christlichen Mehrheitsgesellschaft.

Das Ganze wird mit einem freien Eintritt gewürzt – eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte! Elie Rosen wird die Innenperspektive der jüdischen Glaubensgemeinschaft beleuchten und dabei die historischen sowie zahlenmäßigen Entwicklungen in der Region thematisieren. Ein spannendes Thema, das auch die konkreten Strukturen des Gemeindelebens in den Fokus rückt. So wird der jüdische Glaubensalltag, inklusive Rituale und Feste, zur Diskussion stehen. Vor allem die Entwicklung der Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten wird sicher für lebhafte Gespräche sorgen. Das Ziel? Perspektiven für ein harmonisches interreligiöses Miteinander aufzeigen – ein Thema, das gerade in der heutigen Zeit besonders relevant ist.

Ein Blick in die Geschichte

Um den Kontext dieser Diskussion besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Der älteste Nachweis jüdischen Lebens in Österreich reicht bis in die Römerzeit zurück – das dritte Jahrhundert! Ein Amulett mit der Gebetsformel „Schma Jisrael“, das 2000 in Halbturn entdeckt wurde, belegt diese lange Geschichte. Über die Jahrhunderte hinweg waren Juden in Österreich immer wieder Teil des gesellschaftlichen Lebens, auch wenn sie oft mit Verfolgung und Diskriminierung konfrontiert waren.

Die jüdischen Gemeinden blühten besonders im 13. Jahrhundert auf, viele Synagogen blieben erhalten. Doch die Geschichte ist tragisch: Verfolgungen im 14. Jahrhundert führten dazu, dass Juden von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen wurden, und im 15. Jahrhundert wurden sie während der Hussitenkriege vertrieben. Es war ein ständiges Kommen und Gehen, ein Auf und Ab, das auch im 19. Jahrhundert nicht endete, als der Antisemitismus stark zunahm.

Das Institut für jüdische Geschichte

Ein Ort, der sich intensiv mit dieser bewegten Vergangenheit auseinandersetzt, ist das Institut für jüdische Geschichte Österreichs, welches 1988 gegründet wurde. Es befindet sich im Kantorhaus der Ehemaligen Synagoge in St. Pölten und erforscht die Geschichte und Kultur der Jüdinnen und Juden von der Mittelalter bis zur Gegenwart. Ab dem 1. März 2026 wird Ass.-Prof. Dr. Philipp Lenhard die wissenschaftliche Leitung übernehmen. Die Ehemalige Synagoge selbst wird am 15. April 2026 mit einer Wechselausstellung zur jüdischen Kultur in Niederösterreich ihre Türen öffnen – „Geraubte Heiligkeit – Judaica aus Niederösterreich“. Ein weiteres Highlight!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Das Institut hat nicht nur eine wichtige Aufgabe, sondern ist auch eine spendenbegünstigte Einrichtung, was bedeutet, dass Unterstützer ihre Beiträge steuerlich absetzen können. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet die Adresse in der Lederergasse 12, 3100 St. Pölten. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag zwischen 9:30 und 13:00 Uhr.

Ein aktuelles Thema

Leider ist die Situation der jüdischen Gemeinschaft in Österreich auch heute noch von Herausforderungen geprägt. 2023 erlebte das Land einen besorgniserregenden Anstieg antisemitischer Vorfälle. Die Israelitische Kultusgemeinde berichtete von 1147 Vorfällen, was einen neuen Negativrekord darstellt. Die jüngsten politischen Entwicklungen und die Beziehung zwischen ÖVP und FPÖ werfen ebenfalls Schatten auf die Gesellschaft. Es bleibt zu hoffen, dass der Abend in Hermagor nicht nur zur Aufklärung beiträgt, sondern auch zu einem besseren Verständnis und einem respektvollen Miteinander führt.

Unsere neue VeloCore-Plattform vereint mehrere zentrale Stärken: hervorragende Ladezeiten, hohe Datenschutzstandards und eine wartbare, redaktionell skalierbare Architektur. Die Umsetzung durch Daniel Wom schafft damit eine zukunftssichere und qualitativ hochwertige Basis für unser Magazin.