Feldkirchen, 16. Juni 2026 – Heute war die Luft im Stadtsaal der Stadtgemeinde Feldkirchen zum Schneiden. Die Veranstaltung zur Präsentation der neuen Trasse der 380-kV-Stromautobahn zog rund 1000 besorgte Bürger an, die sich gegen die geplanten Änderungen zur Wehr setzten. Von weitem schon sah man die Autos, die sich um die Stadthalle drängten, und die Banner, die lautstark ihren Protest mit dem Slogan „Keine 380-kV-Stromautobahn von Lienz nach Völkermarkt“ verkündeten. Irgendwie ein einheitliches Bild: Menschen, die für ihre Belange einstehen.

APG-Sprecher Wolfgang Gröger, der noch immer die Aufregung der Menge spürte, erklärte, dass die Stadtgemeinde Feldkirchen die Veranstaltung organisiert habe, um die Pläne der neuen „Planungstrasse Persching“ vorzustellen. Diese verläuft nördlicher als die bisherige Grobtrasse und misst stolze 14,03 Kilometer. Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP) nahm kein Blatt vor den Mund und sprach über die Problematik, die die Gemeinde stark betreffe. Es war deutlich, dass jeder im Raum die Sorgen und Nöte der Anwohner spürte. „Wir streben die bestmögliche Variante an“, betonte Treffner und ging auf die Herausforderungen ein.

Die Trassenplanung und ihre Kritiker

Projektleiter Wolfgang Hafner hatte die Aufgabe, die Anwesenden über die Hintergründe aufzuklären. Über 500 Kilometer an Trassenvarianten seien geprüft worden, eine Mammutaufgabe, die nicht ohne Kontroversen blieb. Nach der Präsentation entbrannte eine lebhafte Diskussion, in der Stadtrat Christoph Gräfling die mangelnde Einbeziehung der Bevölkerung in den Planungsprozess kritisierte. Es war spürbar, dass die Bürger sich mehr Mitspracherecht wünschten. „Wir wollen mitgenommen werden“, schien der allgemeine Tenor zu sein.

Hafner verteidigte die Planung, insbesondere die Reduzierung der Trassenbreite von 200 auf 70 Meter. „Das ist ein Fortschritt“, erklärte er, doch die Sorgen der Bürger blieben. Ein großes Thema war die Höhe der Masten, die bis zu 90 Meter erreichen können – eine schleichende Bedrohung für die gewohnte Landschaft. „Das ist notwendig, um die Umgebung zu berücksichtigen“, so Hafner, doch die Bedenken der Anwohner waren nicht von der Hand zu weisen.

Entschädigungen und nachhaltige Projekte

Vizebürgermeister Siegfried Huber (ÖVP) sprach über die Entschädigungen für die 1800 Grundeigentümer, die durch die neue Trasse betroffen sein könnten. Ein Lichtblick für viele, aber ob das die Sorgen mindern kann? Einige Bürger äußerten, dass das Geld die Baumhäuser und die schönen Ausblicke nicht ersetzen kann. Und das Thema ging weiter: die Genehmigungsfähigkeit der Trasse und die Argumentation für den Bogen um die Gemeinde Moosburg waren ebenfalls heiß diskutiert.

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Hafner erwähnte auch nachhaltige Projekte der APG, darunter Bruthilfen für den Sakerfalken auf den Strommasten. Ein Ansatz, der zeigt, dass man versucht, einen Ausgleich zu schaffen. Aber kann das wirklich die Ängste der Bürger besänftigen? Die nächsten Schritte sind die Kontaktaufnahme mit den Grundbesitzern und die Festlegung der Maststandorte. Die Zeit wird zeigen, ob die Sorgen der Menschen Gehör finden.

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