Heute ist der 12. Mai 2026 und in Oberwart wird der Internationale Tag der Pflege gefeiert – ein Tag, der den unbezahlbaren Beitrag der Pflegekräfte in unserer Gesellschaft ins Rampenlicht rückt. Unter dem Motto „Pflege ist Profession“ setzt die Klinik Oberwart ein starkes Zeichen und zeigt, wie wichtig diese Berufe für die Patientenversorgung sind. Der Fokus liegt auf den Leistungen der Pflegekräfte, die rund um die Uhr im Einsatz sind und in entscheidenden Momenten eine tragende Rolle spielen. Man könnte sagen, sie sind die stillen Helden des Gesundheitswesens, oft im Hintergrund, aber immer präsent.
In der Klinik Oberwart arbeiten insgesamt 643 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 478 im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege und 165 in Pflegeassistenzberufen. Pflegedirektor Andreas Schmidt bringt es auf den Punkt: „Pflege ist mehr als Unterstützung im Alltag. Es ist ein eigenständiger Gesundheitsberuf mit hoher Verantwortung.“ Diese Worte sind nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern spiegeln die Realität wider, in der Pflegekräfte tagtäglich arbeiten. Aktionen in der Klinik zur Sichtbarmachung der modernen Pflege und zur Würdigung der Mitarbeiterleistungen sind ein wichtiger Teil dieser Feierlichkeiten. Besucher können sich über den Pflegeberuf informieren, kleine Give-aways mit nach Hause nehmen und sogar an einem Gewinnspiel teilnehmen. Es sind diese kleinen Gesten, die Wertschätzung zeigen.
Respekt für die Pflegekräfte
Ein weiteres Highlight des Tages war die Verteilung von Kärtchen mit Botschaften wie „Respekt“, „Vertrauen“, „Wertschätzung“ und „Kooperation“ durch die Pflegemitarbeiter selbst. Diese Botschaften sind nicht nur schön anzusehen, sie tragen auch eine tiefere Bedeutung. Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband war ebenfalls mit einem Infostand vertreten und brachte wichtige Informationen über die Herausforderungen und Chancen in der Pflege mit. Es ist eine Gelegenheit, über die tatsächlichen Bedingungen zu sprechen, unter denen Pflegekräfte arbeiten müssen.
Die Realität ist, dass Pflegeberufe oft körperlich und psychisch sehr belastend sind. Eine Studie der Techniker Krankenkasse hat ergeben, dass Pflegekräfte 2025 im Schnitt häufiger krankgeschrieben waren als Beschäftigte in anderen Berufen. Besonders in der Altenpflege sind die Fehlzeiten alarmierend hoch – durchschnittlich 32,7 Krankheitstage. Ein Grund mehr, diesen Tag zu nutzen, um auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, die viele Pflegekräfte tagtäglich meistern müssen. Die Gehälter in der Pflege haben zwar zugelegt, aber die Realität sieht oft anders aus. Im Schnitt verdienen Pflegefachkräfte in Niedersachsen etwa 26,68 Euro pro Stunde, was nicht unbedingt dem Druck und den Anforderungen entspricht, die an sie gestellt werden.
Das Bild der Pflege verändern
Die hohe Abbruchquote von Pflegeausbildungen ist ein weiteres Alarmzeichen. Jede dritte bis vierte Ausbildung wird vorzeitig abgebrochen – oft wegen der hohen Belastung, Schichtarbeit und Druck im Arbeitsalltag. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Pflegekräften schneller, als neue Fachkräfte ausgebildet werden können. Der Verband der Ersatzkassen warnt vor enormen Eigenanteilen für Pflegeplätze, die in Niedersachsen bereits über 2.900 Euro im Monat betragen. Ein Grund, warum es wichtig ist, Initiativen wie die in der Klinik Oberwart zu unterstützen.
Eines ist sicher: Der Internationale Tag der Pflege, der jährlich am 12. Mai, dem Geburtstag von Florence Nightingale, gefeiert wird, ist eine wichtige Gelegenheit, um die zentrale Rolle der Pflegeberufe zu würdigen. Möge dieser Tag nicht nur als Erinnerung dienen, sondern auch als Anstoß für Veränderungen in der Wahrnehmung und den Bedingungen, unter denen Pflegekräfte arbeiten müssen. Denn Respekt, Vertrauen und Wertschätzung sind nicht nur Worte, sie sollten das Fundament jeder Pflege sein.