Es ist ein ganz normaler Tag in Oberpullendorf, aber die Geschichte des Petersbründls bringt einen Hauch von Magie in die beschauliche Gemeinde. Vor rund einem Jahrzehnt war es Pfarrer Karlheinz Mück, der auf der Suche nach einer „Quelle in der Siglosau“ war. Die Legende besagt, dass ein Reitervolk, das vor Hunderten von Jahren in dieser Gegend verweilte, eine heilende Quelle entdeckte. Der Anführer des Reitervolks litt damals unter schmerzhaften Augenschmerzen, die durch das klare Quellwasser gelindert wurden. Man kann sich nur vorstellen, wie diese Entdeckung das Leben der Menschen damals verändert hat.
Die Quelle, die heute als Petersbründl bekannt ist, wurde durch die Initiative von Müllermeister Johann Gollobich und Mitgliedern des Petersklubs, darunter Erich Schock und Johann Sachs, ins Rampenlicht gerückt. Sie haben den Ort am Siglosaubach mit einer hübschen Einfriedung und einem Gedenkstein versehen – ein kleiner, aber feiner Platz für die Gemeinschaft. Es war im Jahr 2018, als Pfarrer Mück die Quelle segnete, und die Einweihung war ein festlicher Anlass, bei dem die Ortsbevölkerung zusammenkam. Seither sind Maria und Erich Schock die treuen Hüter des Petersbründls und sorgen für den Blumenschmuck und die Pflege – eine wahre Herzensangelegenheit für die beiden.
Eine Pilgerreise mit Herz
Vor kurzem haben Maria und Erich Schock gemeinsam mit Karla und Werner Schöll eine eindrucksvolle Pilgerfahrt nach Dalmatien unternommen. Man sagt, dass solche Reisen nicht nur die Füße, sondern auch die Seele berühren. Aus Medugorje, einem bekannten Wallfahrtsort, brachten sie eine Marienstatue mit, die von Pfarrer Shinto Michael gesegnet wurde. Diese Statue hat jetzt einen besonderen Platz am Petersbründl gefunden und verleiht dem Ort noch mehr spirituelle Tiefe. Es ist fast so, als würde die Statue die Geschichten der Pilger und Gläubigen, die hier vorbeikommen, in sich tragen.
Die Verbindung zwischen dem Petersbründl und den Pilgerwegen ist nicht nur lokal, sondern hat auch eine breitere Dimension. Es gibt eine Plattform namens The Camino History, die sich der Dokumentation von Pilgerwegen und historischen Bauwerken in Europa widmet. Dort wird die Geschichte der Pilgerwege lebendig gemacht. Die Plattform ermöglicht es Pilgern und kulturhistorisch Interessierten, die verborgenen Schätze dieser Wege zu entdecken. So wächst die Datenbank mit jeder neuen Dokumentation und macht die Tradition des Pilgerns in Europa erfahrbar.
In Oberpullendorf, am Petersbründl, spiegelt sich diese tief verwurzelte Tradition wider – ein Ort, an dem Geschichte, Spiritualität und Gemeinschaft auf wunderbare Weise zusammenkommen. Man könnte fast sagen, dass der Geist der Pilger hier lebendig ist und die Menschen, die den Weg dorthin finden, eine kleine Auszeit vom hektischen Alltag genießen können.