Am 23. April 2026 fand im Kulturzentrum Eisenstadt der mit Spannung erwartete Hebammenkongress 2026 statt. Organisiert vom Österreichischen Hebammengremium Landesgeschäftsstelle Burgenland, konnte die Veranstaltung rund 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anziehen. Ein wahres Treffen der Expertise, das sich den aktuellen Herausforderungen und neuen Ansätzen in der Hebammenarbeit widmete.

Im Mittelpunkt der Diskussionen standen Themen wie Gesundheitswesen, Klimawandel, Geburtshilfe und soziale Gerechtigkeit. Die Leiterin des Kongressteams, Beate Kayer, betonte die Wichtigkeit der Fortbildung und des fachlichen Austauschs. Ziel des Kongresses war es, die Vernetzung innerhalb der Berufsgruppe zu fördern und neue Versorgungsmodelle sowie gesellschaftliche Entwicklungen zu thematisieren.

Die Situation im Burgenland

Aktuell sind im Burgenland etwa 90 Hebammen tätig, doch es gibt deutliche Versorgungslücken, insbesondere im Kassenbereich. Im Bezirk Neusiedl ist die Situation besonders angespannt, während im Bezirk Oberwart lediglich vier Kassenhebammen zur Verfügung stehen. Robert Hergovich, SPÖ-Regierungskoordinator, hob die Bedeutung der Hebammen hervor und forderte eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, Arbeitsbedingungen und Gehälter für diese wichtigen Fachkräfte. Das Ziel ist klar: eine flächendeckende Hebammenbetreuung als Kassenleistung für alle Frauen.

Die zwei Jahre Vorbereitungszeit für den Kongress haben sich gelohnt, denn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten wertvolle Einblicke gewinnen und neue Impulse für ihre tägliche Arbeit erhalten. Für weiterführende Informationen über das Programm und die Themen des Kongresses können Interessierte die Webseite hebammenkongress2026.at besuchen.

Zukunftsausblick

Ein wichtiger Aspekt, der beim Kongress zur Sprache kam, ist die zukünftige Versorgungssituation von Hebammen in Österreich. Die Gesundheit Österreich Forschungs- und Planungs GmbH wurde beauftragt, den Bedarf an Hebammen bis 2032 zu schätzen. Diese Prognose berücksichtigt verschiedene Faktoren, darunter die geschätzte Geburtenentwicklung und die voraussichtlichen Pensionierungen. Die Erkenntnisse aus dieser Studie sollen helfen, die Versorgungsqualität nachhaltig sicherzustellen und auf zukünftige Entwicklungen vorbereitet zu sein.

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In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Alternativszenarien vorgestellt, die unter anderem eine Angleichung regionaler Unterschiede und eine Verbesserung der Betreuung nach frühen Entlassungen vorsehen. Eine Ausweitung der Hebammentätigkeit in den Frühen Hilfen und Prävention sowie eine annähernde Umsetzung der S3-Leitlinie zur vaginalen Geburt am Termin sind ebenfalls wichtige Punkte, die es zu diskutieren gilt.

Der Hebammenkongress 2026 in Eisenstadt hat nicht nur die Herausforderungen der Gegenwart beleuchtet, sondern auch wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Es bleibt zu hoffen, dass die Anregungen und Erkenntnisse aus dieser Veranstaltung in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, um die Hebammenversorgung im Burgenland und darüber hinaus zu verbessern.