In einem besorgniserregenden Vorfall hat der Babykosthersteller Hipp eine Droh-E-Mail erhalten, die eine internationale Fahndung nach einem potenziell gefährlichen Glas Babynahrung nach sich zieht. Am 21. April 2026 wurde bekannt, dass in mehreren Ländern manipulierte Gläser sichergestellt wurden. In Österreich wird jedoch ein vergiftetes Glas aus einem Supermarkt in Eisenstadt vermisst, das möglicherweise mit Rattengift versetzt ist.
Die Polizei in Bayern hat die Erpressung gegen Hipp bestätigt, nachdem die Droh-E-Mail am Donnerstag einging. Bislang wurden fünf manipulierte Gläser in Österreich, Tschechien und der Slowakei sichergestellt. Besonders kritisch ist die Situation im Burgenland, wo die Ermittlungen seit dem 16. April laufen und das Bundeskriminalamt erste Hinweise gegeben hat. Die Ermittlungsgruppe „Glas“ in Deutschland, unter Leitung der Staatsanwaltschaft Ingolstadt, hat die Sache nun im Blick.
Gefährliche Entdeckung
Ein sichergestelltes Glas aus Schützen am Gebirge hat positiv auf Rattengift getestet. Ein weiteres gesuchtes Glas stammt aus demselben Spar-Markt in Eisenstadt, wo nun besondere Vorsicht geboten ist. Gesundheitsministerin Korinna Schumann mahnt Eltern zur Wachsamkeit und rät dringend davon ab, das betroffene Produkt, das Hipp „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ (190 Gramm) ist, zu verwenden. Aus Sicherheitsgründen haben Rewe (Billa, Billa Plus, Penny, Ade) und dm das Gemüsegläschen vorsorglich aus dem Sortiment genommen, und dies geschieht ohne behördliche Anweisung. Es ist eine präventive Maßnahme, um die Sicherheit der Kleinsten zu gewährleisten.
Die Behörden haben zudem Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Kindergärten kontaktiert, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Auch ungarische Behörden wurden informiert, da es möglich ist, dass Grenzgänger betroffen sind. Eltern werden aufgefordert, aufmerksam zu sein und im Zweifelsfall Hinweise an die burgenländische Polizei unter +43-5913310-3333 oder an die Ermittlungsgruppe in Ingolstadt unter +49-841-9343-3803 zu geben.
Erpressung als besorgniserregender Trend
Die Erpressung mit vergifteten Lebensmitteln ist kein Einzelfall. In Deutschland nehmen solche Vorfälle, insbesondere in Supermärkten wie Lidl, Aldi und Rewe, zu. Experten schätzen, dass jährlich zwischen 50 und 200 Fälle von Produkterpressung in Deutschland vorkommen. Die Täter konzentrieren sich häufig auf bekannte Marken und finanzkräftige Unternehmen, was die Gefahr für die Konsumenten erhöht.
In den letzten Jahren gab es mehrere spektakuläre Fälle, darunter die Erpressung von Haribo im Juli 2017, wo ein 74-jähriger Rentner mit der Vergiftung von Gummibärchen drohte. Auch der Fall von vergiftetem Brotaufstrich in Lidl-Filialen zeigt, wie ernst diese Machenschaften sind. All diese Vorfälle werfen ein grelles Licht auf die Gefahren, die im Alltag lauern und wie wichtig es ist, wachsam zu sein.
Die aktuelle Situation rund um Hipp ist ein dringender Weckruf, nicht nur für Eltern, sondern für die gesamte Gesellschaft, um die Sicherheit von Lebensmitteln und die Integrität der Hersteller zu schützen. Gemeinsam müssen wir darauf achten, dass solche Vorfälle nicht zur Normalität werden.