Heute ist der 8.05.2026 und während ich durch die Straßen von Eisenstadt schlendere, fällt mir auf, wie wichtig es ist, dass wir unsere Städte mit Grünflächen bereichern. Man sieht es ja in vielen Landeshauptstädten: Bregenz hat mit 38,3 % den höchsten Grünflächenanteil in ganz Österreich. Das ist schon eine ganze Menge! Linz, mit 33,4 %, und Graz, die mit 32,2 % dicht dahinter liegen, zeigen, wie wichtig Natur in urbanen Räumen ist. Aber die Realität ist oft anders – in vielen Städten fehlt es an schattenspendenden Plätzen, die uns im Sommer vor der Hitze schützen.
Wenn ich an Wien denke, mit seinen beeindruckenden großen Grünzonen, muss ich gleich an die Innenbezirke denken, wo es einfach an schattenspendenden Bäumen mangelt. Ähnlich sieht es in St. Pölten aus: Kleine Parkanlagen sind zwar vorhanden, doch der historische Kern wirkt oft grau und trist. So fühlt man sich schnell wie im Stadt-Dschungel, wo Beton und Asphalt dominieren. Und das ist nicht nur eine Frage der Ästhetik. Die Zahl der Hitzetage hat in Innsbruck von gerade mal 9 in den Jahren 1961 bis 1990 auf 32 von 2021 bis 2025 zugenommen – da wird einem schon ein bisschen mulmig!
Grünflächen als Lebensretter
Melanie Ebner von Greenpeace ist da ganz eindeutig: Sie fordert mehr Natur in unseren Städten zur Bekämpfung der Klimakrise. Und das ist kein frommer Wunsch, sondern bitter nötig. Denn wenn man bedenkt, dass rund 60 % der Bundesbürger*innen in Groß- und Mittelstädten leben, ist der Zugang zu Grünflächen für die Lebensqualität unerlässlich. Die Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels hängt stark vom Vorhandensein und der Qualität des Stadtgrüns ab. Das muss einfach besser werden!
Natürlich gibt es auch in den anderen Städten wie Klagenfurt oder Salzburg noch viel zu tun. Klagenfurt hat zwar größere Grünflächen am Stadtrand, aber die grauen Flächen im Zentrum stechen ins Auge. Und in Salzburg fehlen in der Altstadt die Bäume, die Schatten spenden könnten. Auch wenn neuere Stadtteile durchaus Grünflächen bieten, ist das kein Grund, sich zurückzulehnen.
Die Zukunft des Stadtgrüns
Der Landschaftsarchitekt Furchtlehner hat einen guten Punkt: Jeder Mensch sollte innerhalb von 300 Metern Zugang zu einem Park haben. Das klingt doch nach einem Plan! Die EU-Renaturierungsverordnung gibt uns ein klares Ziel vor: Bis 2030 dürfen Grünräume und Baumkronenflächen in den Städten nicht schrumpfen – und danach müssen sie wachsen! Es ist an der Zeit, dass Bürgermeister eine Entsiegelungsoffensive starten und Asphalt und Beton durch grüne Oasen ersetzen.
Die Bundesregierung ist gefordert, sicherzustellen, dass Grünverluste lokal ausgeglichen werden. Und Begrünungsprojekte, die Biodiversität erhöhen und der Klimaanpassung dienen, sollten in der Stadtplanung an oberster Stelle stehen. Die Bedeutung von öffentlichem Grün wächst, und das nicht ohne Grund – es geht nicht nur um uns, sondern auch um die kommenden Generationen.
Das Forschungsvorhaben „Stadtnatur erfassen, schützen, entwickeln“ von 2019 bis 2022 hat viele wichtige Erkenntnisse geliefert. Partner wie die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und das Deutsche Institut für Urbanistik haben sich für die Weiterentwicklung von Orientierungswerten für das öffentliche Grün stark gemacht. Diese Werte berücksichtigen die Erholungs-, Klima-, Gesundheits- und Biodiversitätsfunktion des Stadtgrüns. Wer braucht da noch eine Einladung, um die Natur zu genießen?
In diesem Sinne – auf dass wir die kommenden Sommer nicht nur in der Hitze verbringen, sondern unter schattigen Bäumen und in blühenden Parks!