Am 1. Mai 2026 fand im prächtigen Haydn-Saal von Schloss Esterhazy in Eisenstadt das hochkarätige Europa-Konzert der Berliner Philharmoniker statt. Dieses jährlich gefeierte Event, das seit 1991 an wechselnden Orten in Europa ausgerichtet wird, ist mehr als nur ein musikalisches Ereignis – es dokumentiert die Einheit und Vielfalt Europas durch die universelle Sprache der Musik.
In diesem Jahr stand der renommierte Dirigent Kirill Petrenko am Pult und führte das Orchester durch ein abwechslungsreiches Programm. Der Abend begann mit Joseph Haydns Ouvertüre in D-Dur, gefolgt von Igor Strawinskis „Pulcinella-Suite“, die auf Melodien von Giovanni Battista Pergolesi basiert. Besondere Beachtung fand der Auftritt des Star-Cellisten Gautier Capucon, der mit seinen „Variationen über ein Rokokothema“ von Piotr Iljitsch Tschaikowski das Publikum begeisterte. Capucon zeigte dabei eine hohe Virtuosität, einen warmen Ton und eine perfekte Intonation, was in einem stürmischen Encore, dem „Song of the Birds“ von Pablo Casals, gipfelte, das er zusammen mit der Cellogruppe des Orchesters präsentierte.
Ein Meisterwerk von Beethoven
Das Konzert setzte seinen Höhepunkt in der Aufführung von Beethovens 2. Symphonie, die mit großer Spielfreude und akzentuierten Kontrasten das Publikum zu Ovationen hinriss. Die musikalische Darbietung war nicht nur ein Genuss für die Ohren, sondern auch eine Feier des Erbes großer Komponisten, die hier in Eisenstadt ihren Platz gefunden haben. Wer das Konzert verpasst hat, kann sich auf die Ausstrahlungen am 3. Mai um 16.40 Uhr auf Arte Deutschland, am 25. Mai um 11 Uhr auf ORF 2 und im ZDF freuen.
Joseph Haydn: Ein musikalisches Genie
Joseph Haydn, der fast 40 Jahre im Schloss Esterhazy wirkte, wurde am 31. März 1732 in Rohrau, Niederösterreich, geboren und gilt als „Vater“ der klassischen Sinfonie und des Streichquartetts. Seine musikalische Begabung wurde früh erkannt, und bereits mit sechs Jahren erhielt er seinen ersten musikalischen Unterricht. Haydn hatte eine bewegte Karriere: Nach einer Zeit als Chorsänger in Wien und als freier Musiker, wurde er 1761 in die Dienste der Familie Esterházy berufen. Dort begann er, seinen einzigartigen Stil zu entwickeln und zahlreiche bedeutende Werke zu schaffen.
Seine Zeit bei den Esterházy war prägend; Haydn komponierte viele seiner bekanntesten Werke, darunter die legendäre Sinfonie mit dem Paukenschlag. Seine Musik, die oft durch Humor und die Entwicklung größerer Strukturen aus kleinen musikalischen Motiven gekennzeichnet ist, fand nicht nur in seinem eigenen Land, sondern auch international großen Anklang. Haydn starb am 31. Mai 1809 und hinterließ ein reiches musikalisches Erbe, das bis heute von Generationen geschätzt wird.
Das Europa-Konzert in Eisenstadt war somit nicht nur eine Hommage an die Einheit Europas, sondern auch eine Würdigung des musikalischen Erbes von Joseph Haydn und seiner Zeitgenossen. Ein Abend, der die Herzen der Zuhörer berührte und die Schönheit der klassischen Musik in den Vordergrund stellte.