Betrunkene Bootsfahrten am Wörthersee: Wenn der Genuss zum Risiko wird
Am Wörthersee, wo die Sonne die Wellen kitzelt und das Leben eigentlich nur aus Genuss und Entspannung besteht, kam es am 4. Juli 2026 zu einem Vorfall, der die Gemüter erregte. Ein 58-jähriger Bootsfahrer, der wohl etwas zu tief ins Glas geschaut hatte, lieferte sich eine dramatische Verfolgungsjagd mit der Polizei. Der Grund? Er hatte es gewagt, sich ohne Führerschein und bei hoher Alkoholkonzentration hinter das Steuer seines Bootes zu setzen. Die Beamten wollten ihn wegen einer Anzeige kontrollieren, doch anstatt anzuhalten, entschied sich der Mann zur Flucht. Ein eher untypisches Verhalten für einen Tag am See, möchte man meinen.
Die Polizei, nicht gewillt, die Verfolgung aufzugeben, schickte ein Streifenwagen-Team auf die Jagd. Selbst als der Bootsfahrer Blickkontakt mit den Beamten hatte und die Anhaltezeichen ignorierte, setzte er seine Fahrt ungerührt fort. Die Verfolgung zog sich bis nach Schiefling, wo der Spaß schließlich ein Ende hatte. Ein Alkotest vor Ort enthüllte die bittere Wahrheit: Der Mann hatte eine hohe Alkoholkonzentration im Blut. Das Schiffsführerpatent wurde ihm umgehend entzogen – ein weiterer Beweis dafür, dass einige Entscheidungen im Rausch des Alkohols nicht die besten sind.
Ein Trend, der besorgniserregt ist
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass solche Vorfälle nicht nur am Wörthersee vorkommen. Bei den „Maritime Safety Days“, die 2023 ins Leben gerufen wurden, liegt der Fokus auf der Verhütung von Gefahren im Schiffs- und Sportbootverkehr. Im März wurden über 100 Fahrgastschiffe inspiziert und dabei 29 Verstöße festgestellt. Es ist ein ernstes Thema, denn bei der Beförderung von Passagieren gilt eine 0,0-Promillegrenze. Das bedeutet, dass jeder, der unter dem Einfluss von Alkohol ein Boot steuert, nicht nur seine eigene Sicherheit, sondern auch die seiner Passagiere in Gefahr bringt.
In Deutschland gilt eine einheitliche Promillegrenze von 0,5 für Bootsführer, doch das kann schnell zu einer Ordnungswidrigkeit oder sogar zu einer Straftat werden, wenn man über die Limits hinausgeht. Die Bußgelder sind nicht ohne, sie reichen von 350 bis 2.500 Euro. Wer es wirklich übertreibt, dem drohen Fahrverbote, der Entzug der Fahrerlaubnis oder gar eine medizinisch-psychologische Untersuchung. Und ab 1,1 Promille wird es richtig ernst – hier drohen Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren. Es ist also nicht nur ein Spaß, sondern ein ernsthaftes Risiko, das man eingeht, wenn man mit Alkohol am Steuer eines Bootes sitzt.
Die Wassersportpolizei hat regelmäßig mit alkoholsüchtigen Skippern zu kämpfen. In Kiel wurden kürzlich zwei Segler mit über zwei Promille gestoppt, und in Mecklenburg-Vorpommern war es ein 56-jähriger Segler mit 1,9 Promille. Die Tatsache, dass solche Vorfälle immer wieder vorkommen, macht deutlich, dass die Aufklärung und Kontrolle im Wassersport von größter Bedeutung sind. Nachdem man so viele schöne Tage am Wörthersee verbringen kann, sollte man sich stets an die Regeln halten – für die eigene Sicherheit und die der anderen. Denn ein Tag am Wasser sollte nicht in einem Schlamassel enden, sondern in unvergesslichen Erinnerungen.
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