Wien ist nicht nur für seine wunderschöne Architektur und die Kaffeehauskultur bekannt, sondern auch für sein Engagement für leistbares Wohnen. Die Stadt hat sich das Ziel gesetzt, die Lebensqualität ihrer Bürger:innen zu heben, und das gelingt vor allem durch die zahlreichen Gemeindewohnungen und geförderten Wohnungen. Tatsächlich lebt mehr als die Hälfte der Wiener:innen in diesen sozialen Wohnformen. Das ist schon eine Ansage, oder? Aber die Herausforderungen, die mit einer wachsenden Stadt einhergehen, sind nicht zu unterschätzen. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, wird das Wohnbaumodell weiterentwickelt.

Ein großes Thema ist die Einführung der Wohnungsvergabe NEU. Diese soll die Vergabe der Gemeindewohnungen und geförderten Wohnungen modernisieren und vor allem gerechter gestalten. Ziel ist es, bedürftige Personen gezielt zu unterstützen. Das neue System setzt auf Transparenz und Fairness – und es werden klare Kriterien festgelegt, die die individuellen Lebenssituationen der Wiener:innen stärker berücksichtigen. So bekommen Menschen, die die allgemeinen Zugangsvoraussetzungen erfüllen, ein Wiener Wohn-Ticket und haben damit die Chance auf eine neue Bleibe.

Die Zugangsvoraussetzungen und Bonuspunkte

Natürlich gibt es auch hier gewisse Voraussetzungen: Man muss volljährig sein, seit mindestens zwei Jahren Hauptwohnsitz in Wien haben, die österreichische Staatsbürgerschaft oder eine rechtliche Gleichstellung besitzen, die Einkommensgrenzen einhalten und eine unauffällige Mieter:innen-Historie vorweisen. Klingt schon mal machbar! Und das Beste: Für verschiedene Lebenssituationen können Bonuspunkte angerechnet werden. Egal, ob man lange auf eine Wohnung wartet, frisch in Wien angekommen ist, oder als Familie mit zu wenig Wohnraum kämpft – die Stadt hat für jeden eine Lösung parat.

Besonders für Alleinerziehende, Menschen in Ausbildung oder Weiterbildung, Schwangere, oder jene, die mit hohen Wohnkosten kämpfen, gibt es zusätzliche Punkte. Auch wer vor einem drohenden Wohnungsverlust steht oder Pflegebedarf hat, kann darauf hoffen, schneller an einen neuen Wohnraum zu kommen. Man kann sogar mehrere Bonuskriterien kombinieren! Ziel ist es, leistbaren Wohnraum für die am dringendsten bedürftigen Personen zu schaffen. Die Vorab-Registrierung für das neue System ist seit 14. Juli 2026 möglich, und am 22. September 2026 wird die Wohnungsvergabe nach dem neuen System offiziell starten. Das klingt nach einer echten Chance, oder?

Ein Blick in die Geschichte des Wohnens in Wien

<pAber wie kam es eigentlich dazu, dass Wien heute ein solches Wohnmodell entwickelt hat? Um das zu verstehen, müssen wir ein bisschen in die Geschichte eintauchen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte in Wien akute Wohnungsnot. Überteuerte Mieten und Überbelegung führten dazu, dass viele Menschen obdachlos wurden. Die Sozialdemokraten forderten bereits 1914 kommunale Mietwohnungen, scheiterten jedoch am Widerstand der damaligen christlich-sozialen Regierung.

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Nach dem Ersten Weltkrieg begann schließlich die Errichtung der ersten Sozialbauten. Die klassischen Gemeindebauten des „Roten Wien“ entstanden und sind heute noch bekannt: Lassallehof, Rabenhof, Metzleinstaler Hof und viele andere. Diese Bauten wurden nicht nur als Wohnraum, sondern auch als soziale Einrichtungen konzipiert. Die Idee war, das Wohnumfeld zu verbessern und eine neue Wohnkultur zu schaffen. Rund 65.000 neue Wohnungen wurden innerhalb eines Jahrzehnts geschaffen, mit dem Ziel, den Wiener:innen ein Zuhause zu bieten, das grundlegende Annehmlichkeiten bietet.

Die Metzleinstaler Hof-Anlage gilt als der erste „richtige“ Wiener Gemeindebau. Baubeginn war bereits im Ersten Weltkrieg, und auch wenn es einige Unterbrechungen gab, wurde die Anlage schließlich 1920 fertiggestellt. Sie integrierte soziale Einrichtungen wie Badeanstalten, Wäschereien und Kindergärten. Diese Vision vom gemeinsamen Leben und Wohnen hat bis heute Bestand und wird durch die neue Wohnungsvergabe NEU weitergeführt. Die Stadt ist auf dem richtigen Weg, das Wohnen für alle Wiener:innen leistbar zu halten.

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