Heute ist der 29.05.2026 und in Simmering ist die Stimmung gemischt, wenn es um die Kulturpolitik in Wien geht. Veronica Kaup-Hasler, die Kulturstadträtin, steht mit vollem Einsatz gegen die geplanten Budgetkürzungen an. Sie hat in den letzten Wochen unermüdlich darauf hingewiesen, wie wichtig eine angemessene finanzielle Ausstattung für die Wiener Festwochen ist – eine Veranstaltung, die nicht nur das kulturelle Leben der Stadt prägt, sondern auch Touristen aus aller Welt anzieht. Inmitten dieser Diskussionen hat sie sich entschieden, eine Million Euro für ein Kindertheater-Touring bereitzustellen. Ein echter Lichtblick, wenn man bedenkt, dass vielen Bezirken in Wien bisher wenig für Kinder und Jugendliche geboten wurde.
Doch während Kaup-Hasler kämpft, plant die Finanzstadträtin Barbara Novak eine Reduzierung des Budgets für Kultur und Wissenschaft von 353,7 Millionen Euro auf 308 Millionen Euro bis 2027. Das sind 45,7 Millionen Euro weniger – ein Rückgang von 13 Prozent! Die Auswirkungen dieser Kürzungen sind noch nicht ganz klar, aber die Sorgen der Kulturmacher sind bereits spürbar. Große Institutionen haben schon jetzt stark gespart, und die Grenze des Möglichen scheint in Sicht.
Ein schmaler Grat für die Wiener Festwochen
Milo Rau, der Intendant der Wiener Festwochen, hat vor kurzem für Aufregung gesorgt, indem er ein nicht genehmigtes „Add-on“ in das Programm aufgenommen hat. Peter Thiel, eine umstrittene Figur, wurde eingeladen, und die Reaktionen darauf sind gespalten. Während einige die Initiative begrüßen, gibt es auch kritische Stimmen, die die Entscheidung infrage stellen. Es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die Festwochen auswirken wird, die ohnehin schon unter Druck stehen. Kaup-Hasler selbst hat betont, dass über 90 Prozent des Kulturbudgets für Förderungen verwendet werden, und dass sie minimal einsparen kann, ohne die kulturelle Landschaft zu gefährden. Das ist ein schmaler Grat, auf dem sie sich bewegt.
Die Stadt subventioniert Musicals im Ronacher und Raimund Theater mit geschätzten 20 Millionen Euro pro Jahr. Ein enormer Betrag, der zeigt, wie viel Wert auf die großen Bühnen gelegt wird. Aber was ist mit den kleineren, weniger bekannten Projekten? Die Einsparungen könnten auch hier spürbare Folgen haben. Das Theater an der Wien, das zur Wien Holding gehört, erhält zwar weiterhin die nötigen Mittel, doch Intendant Stefan Herheim musste sein Programm massiv kürzen. Ein Dilemma, das viele Theatermacher betrifft.
Ein Blick in die Zukunft
Ein weiterer Punkt, der für Unmut sorgt, ist die Tatsache, dass es künftig keine Mehrjahresverträge für Theatermacher geben wird. Das erschwert die Planungssicherheit enorm. Die Unsicherheit über die Zukunft der kulturellen Projekte lässt viele Akteure im Kulturbereich zweifeln. Wie soll man langfristig planen, wenn die finanzielle Basis wackelt? Die Gespräche über die Kürzungen sind damit nicht nur eine politische Debatte, sondern betreffen direkt das Leben und die Arbeit von vielen Menschen in der Kreativszene.
Insgesamt wird das Kulturbudget der Stadt Wien um 7,6 Prozent sinken. Diese drastische Kürzung gefährdet nicht nur bestehende Projekte, sondern könnte auch neue Ideen ersticken, bevor sie überhaupt das Licht der Welt erblicken. Es bleibt also spannend, wie sich die kulturelle Landschaft Wiens entwickeln wird. Werden die Stimmen der Kulturmacher und der Stadträtin Gehör finden, oder wird die finanzielle Realität sie zum Schweigen bringen? Die kommenden Monate werden entscheidend sein.