Der Eurovision Song Contest (ESC) steht vor der Tür und sorgt bereits jetzt für Aufregung in Wien. Vom 12. bis 16. Mai 2026 wird die Stadt zum Schauplatz eines der größten Musikereignisse der Welt. Der ORF hat sich ordentlich ins Zeug gelegt und rechnet mit etwa 166 Millionen TV-Zuschauern, was den Werbewert für Österreich und die Hauptstadt als enorm einschätzt. Die Austragung schlägt mit 16 Millionen Euro zu Buche, während die Einnahmen aus dem Ticketverkauf auf etwa 8 Millionen Euro geschätzt werden. Insgesamt werden rund 100.000 Tickets verkauft – ein echtes Spektakel also!
Doch nicht nur die Zahlen sind beeindruckend. Die Stadt Wien hat ein Budget von 22,6 Millionen Euro bereitgestellt, um die Sicherheit und offizielle Begleitveranstaltungen zu gewährleisten. Das Budget wird jedoch nicht im Detail offengelegt, und die Stadtregierung strebt an, die Ausgaben nicht voll auszuschöpfen. Im Vergleich zum ESC 2025 in Basel, wo 36 Millionen Euro aufgerufen wurden, liegt Wien finanziell im Hintergrund. Dennoch wird ein möglicher Wertschöpfungseffekt von insgesamt 52 Millionen Euro für die Region erwartet.
Zusätzliche Besucher und wirtschaftliche Impulse
Eine Studie besagt, dass rund 88.000 zusätzliche Gäste in Österreich, davon 53.000 in Wien, erwartet werden. Diese Besuchergruppen setzen sich aus Touristen mit mehrtägigem Aufenthalt, Tagestouristen, Journalisten und Crewmitgliedern zusammen. Der wirtschaftliche Nachfrageimpuls könnte bei etwa 21 Millionen Euro liegen, während die direkten Veranstaltungsausgaben auf rund 36 Millionen Euro geschätzt werden. Ein beachtlicher Gesamtnachfrageeffekt von rund 57 Millionen Euro könnte die Stadt also vor eine spannende Herausforderung stellen.
WIFO-Experte Oliver Fritz zeigt sich jedoch skeptisch: Er bezweifelt, dass der ESC als „Mega-Geschäft“ einzustufen ist und sieht die primären Ziele in der Kultur. Auch die Wirtschaftskammer Wien berichtet von ausgebuchten Hotels, jedoch auf dem Niveau der Vorjahre. Ein Anstieg der Nächtigungszahlen wie beim ESC 2015 könnte zwar realistisch sein, jedoch wird auch argumentiert, dass weniger ausgelastete Städte wie Graz möglicherweise größere touristische Effekte hätten erzielen können.
Ökonomische Effekte und langfristige Perspektiven
Zusätzlich zu den Besucherzahlen wird die wirtschaftliche Wertschöpfung auf rund 52 Millionen Euro geschätzt. Besonders profitierende Dienstleistungsbereiche sind das Grundstücks- und Wohnungswesen, kreative und künstlerische Tätigkeiten sowie Gastronomie und Handel. Die geschätzten Steuer- und Abgabeneinnahmen könnten rund 22 Millionen Euro betragen. Das Verhältnis zwischen Wertschöpfungseffekten und Kosten ist mit einem Multiplikator von 1,7 ebenfalls bemerkenswert: Jeder eingesetzte Euro generiert 1,70 Euro Wertschöpfung.
Abschließend bleibt zu sagen, dass der ESC mehr als nur ein Musikfestival ist. Er bietet eine Plattform für die österreichische Kultur und hat das Potenzial, die Stadt Wien und das Land Österreich im internationalen Licht erstrahlen zu lassen. Trotz aller Skepsis und Herausforderungen bleibt die Vorfreude auf das Event ungebrochen und die Hoffnung auf ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten groß.