Heute ist der 12.05.2026 und in Wien, genauer gesagt in Rudolfsheim-Fünfhaus, geht es so richtig rund! Der 70. Eurovision Song Contest findet in dieser Woche in der beeindruckenden Stadthalle statt. Am Dienstag steigt das erste Halbfinale und die Vorfreude ist förmlich greifbar. Mit 35 Ländern, die gegeneinander antreten, haben wir die niedrigste Teilnehmerzahl seit 2004. Ja, das ist schon eine kleine Überraschung – aber man muss auch die Gründe berücksichtigen. Ein Boykott gegen die Teilnahme Israels hat dazu beigetragen, dass einige Nationen lieber zu Hause bleiben.
Doch die Fans sind da! Aus 75 Ländern strömen sie nach Wien, und die Ticketverkäufe sprechen für sich: 95.000 Tickets für neun Shows sind bereits über die Ladentheke gegangen. In Zeiten wie diesen sind hohe Sicherheitsvorkehrungen unerlässlich. Die Weltlage ist angespannt, und die Terrorwarnstufe tut ihr Übriges. Norbert Kettner, der Chef des Wien-Tourismus, hat jedoch betont, dass ein durchdachtes Sicherheitskonzept aufgestellt wurde. Er ist überzeugt, dass der Eurovision Song Contest schon immer politisch war – und lässt sich nicht von der Meinung abbringen, dass der Contest unpolitisch wäre.
Ein Blick auf die Sicherheitsmaßnahmen
Der ESC 2026 wird mit einem der größten Sicherheitseinsätze in der Geschichte Wiens vorbereitet. Drohnenverbot und strenge Sicherheitskontrollen, ähnlich wie am Flughafen, sind die neuen Normen. Die Wiener Polizei rechnet mit bis zu 3.000 Teilnehmern bei verschiedenen Demonstrationen, vor allem am Nakba-Tag, dem Vorabend des Finales, der für pro-palästinensische Gruppen von Bedeutung ist. Besucher müssen sich darauf einstellen, nur kleine, transparente Taschen mitzuführen und strengen Kontrollen zu unterziehen.
Apropos Israel: Der 28-jährige Noam Bettan wird am 16. Mai 2026 für sein Land antreten, mit einem Song, der auf Hebräisch, Französisch und Englisch über eine komplizierte Beziehung handelt. „Michelle“ heißt das gute Stück. Bettan hat bereits seine erste offizielle Probe in Wien absolviert und zeigt sich begeistert über die Unterstützung seiner Fans. Die politische Auseinandersetzung rund um Israels Teilnahme ist nicht von der Hand zu weisen, aber über 1.000 Persönlichkeiten aus der Unterhaltungsbranche haben sich in einem offenen Brief dafür ausgesprochen, dass Israel mitmachen darf.
Wien im Rampenlicht
Die offizielle Eröffnung des Eurovision Song Contests war ein Fest der positiven Stimmung. Die Bilder strahlten Frieden und Miteinander aus, ein schönes Zeichen in einer oft schwierigen Welt. Kettner wies auch die Berichte über eine schwächere Bettenauslastung zurück. Aktuell liegt die Auslastung bei 75 Prozent und damit über dem Jahresschnitt. Das hat Wien auch bitter nötig: Der ESC wird als ein wichtiger Imagefaktor für die Stadt angesehen, mit bis zu 180 Millionen Zuschauern weltweit. Klar, dass die Wertschöpfung für die Stadt spürbar ist, auch wenn das große Geschäft in der Hotellerie nicht sofort sichtbar wird.
Inmitten all dieser geschäftigen Vorbereitungen bleibt die Vorfreude auf die musikalischen Darbietungen und die bunte Vielfalt des Wettbewerbs. Das Miteinander von Kulturen und die Magie des ESC – das ist es, was Wien in diesen Tagen lebendig macht.