Heute ist der 27.06.2026 und im Arne-Karlsson-Park im Alsergrund, wo die Sonne das Grün der Bäume zum Leuchten bringt, gibt es Grund zur Besorgnis. Die große Platane, ein beeindruckendes Exemplar, das stolze 147 Jahre alt ist, steht vor einer ungewissen Zukunft. Die beiden weiteren Platanen, die hier 1899 gepflanzt wurden, begleiten sie mit ihren weit über 21 Metern Kronendurchmesser, und sind nicht nur ein Blickfang, sondern spenden auch wertvollen Schatten für die Parkbesucher. Doch der geplante Bau einer U-Bahnstation könnte dem Grüngemälde bald ein Ende setzen.

Die Anwohnerinnen Alexandra Baer-Zwick, Anja Harsch und Katharina Tschernitsch haben eine Petition ins Leben gerufen, die sich für den Schutz dieser Naturdenkmäler stark macht. Ihr Ziel? Die Platanen sollen als schützenswert anerkannt werden. Dabei sind sie keineswegs gegen den U-Bahn-Ausbau; vielmehr wollen sie die Bäume retten, die in einem dicht verbauten Bezirk wie dem neunten, eine natürliche Klimaanlage darstellen. Die Petition richtet sich an Bürgermeister Michael Ludwig und die Stadt Wien (MA 22).

Ein Aufruf zum Schutz der Natur

Die Wiener Linien betonen zwar die Priorität des Schutzes von Grünflächen und Bäumen, doch es bleibt unklar, ob die Platanen tatsächlich überleben werden. Der Ausbau soll nach einer minimal-invasiven Bauweise erfolgen, mit dem Ziel, jeden Baum zu erhalten oder gegebenenfalls zu verpflanzen. Aber wie es oft so ist, gibt es keine explizite Zusicherung für das Überleben dieser jahrhundertealten Riesen. Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) setzt sich ebenfalls für die Platanen ein und ein unabhängiger Baumgutachter wird das Projekt begleiten.

Die Anwohnerinnen wünschen sich darüber hinaus rechtlichen Schutz für die Platanen, um deren Überleben zu sichern. Kriterien wie wissenschaftliche oder kulturelle Bedeutung, Seltenheit, prägendes Landschaftsbild oder wichtige Funktionen für die Natur könnten hier maßgebend sein. Doch die Entscheidung über den Schutz obliegt der Naturschutzbehörde, und das klingt irgendwie nach einem bürokratischen Dschungel.

Grünflächen im urbanen Raum

Ein Blick über die Grenzen Wiens hinaus zeigt, dass das Thema Baumschutz auch andernorts brennt. Projekte wie „Biodiversitätsfördernde Klimamaßnahmen im urbanen Bereich“ (BiodivStadtbaum) zielen darauf ab, den Baumerhalt in Städten zu fördern. Zwischen 2025 und 2027 wird dabei untersucht, wie man bestehende Bäume schützen kann und wie man den Hemmnissen gegenüber Neupflanzungen begegnen kann. Bäume sind schließlich nicht nur schön anzusehen, sie kühlen die Umgebung, verbessern die Luftqualität und bieten Lebensräume für viele Arten.

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Leider sind Stadtbäume immer mehr unter Druck, sei es durch den Klimawandel oder die dichte Besiedlung. Die Herausforderungen sind groß, und es wird höchste Zeit, dass wir uns diesen annehmen. Die Erhaltung der Platanen im Arne-Karlsson-Park ist ein kleiner, aber bedeutender Schritt in die richtige Richtung.

Die Petition der Anwohnerinnen kann nicht nur eine Stimme für die Platanen sein, sondern auch für all die anderen Bäume, die in urbanen Räumen vor dem Schicksal des Abholzens stehen. Wir dürfen nicht vergessen, dass jeder Baum zählt und unsere Städte ein bisschen grüner machen sollten. Das ist nicht nur für uns wichtig, sondern auch für die kommenden Generationen.

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