Im Herzen von Penzing, auf dem geschichtsträchtigen Otto-Wagner-Areal, entsteht derzeit ein faszinierendes Projekt, das Kunst und Psyche auf beeindruckende Weise miteinander verbindet. Am Samstag feiert die Inszenierung „Ganymed Areal“ von Jacqueline Kornmüller Premiere, und das Bläserensemble Federspiel sorgt für eine eindringliche musikalische Untermalung. In den ehemaligen Krankenhausbetten des Psychiatrischen Krankenhauses liegen die Männer in blauen Pyjamas und schaffen so eine einzigartige Atmosphäre.
Die Proben für die Inszenierung laufen bereits in verschiedenen Pavillons des Areals, und die hohe Nachfrage ist nicht zu übersehen: Fast alle Termine sind bis zum Sommer ausverkauft, und die Spielzeit wird ab September verlängert. Das Ganymed Ensemble und die Studierenden der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) sind eng in die Neugestaltung des Areals eingebunden. Hier sollen die historischen Pavillons nicht nur für Musik, Tanz und Gesang genutzt werden, sondern auch als Wohneinheiten für Studierende dienen.
Ein Ort mit Geschichte und Vision
Das Otto Wagner Areal, auch bekannt als Steinhof, hat eine komplexe Geschichte und wurde über ein Jahrhundert klinisch genutzt. Die Stadt Wien plant nun eine umfassende Neugestaltung, die die Gedenkfunktion des Ortes wahrt und gleichzeitig einen Raum für Kultur, Bildung und Wissenschaft schafft. Geplant ist eine grüne und luftige Stadt der Zukunft, die in den historischen Mauern des vergangenen Jahrhunderts neu eingerichtet wird.
Ein Teil dieser Neugestaltung ist die Sanierung der denkmalgeschützten Pavillons. Die Herausforderung ist groß, doch die Arbeiten sind bereits im Gange, beginnend mit Pavillon 8 im Jänner. Zudem sind Geothermiebohrungen für klimafreundliche Wärme und Kühlung ab November 2025 geplant, mit einem Abschluss im Mai 2026. Damit soll nicht nur die Revitalisierung der Gebäude erfolgen, sondern auch ein reichhaltiges kulturelles Angebot für Besucher geschaffen werden.
Künstlerische Vielfalt und Engagement
Die Inszenierung „Ganymed Areal“ ist nicht nur ein eindrucksvolles Beispiel für kreative Kunst, sondern bringt auch internationale Talente zusammen. Auftragswerke von renommierten Autor:innen wie Amélie Nothomb und Komponist:innen wie Johanna Doderer sorgen für einen abwechslungsreichen, tiefgründigen Abend. Schauspielerin Alma Hasun, eine MUK-Absolventin, zieht das Publikum mit ihrem eindrucksvollen Monolog als Pianistin in den Bann.
Das Ganymed Areal ist jedoch nur eines von vielen Projekten, die das Areal beleben. Neben Konzerten und Kunstausstellungen wird auch das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) am 30. April mit einem Kulturprogramm starten. Mit diesen Initiativen wird das Otto Wagner Areal zu einem Ort, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verknüpft und einen ansprechenden Rahmen für kulturelle Entfaltung bietet.
So wird der Traum von einem neuen, lebendigen Ort auf dem Otto Wagner Areal Wirklichkeit – ein Ort, der die Menschen zusammenbringt, der Geschichte und Kunst eine Plattform bietet und gleichzeitig die Prinzipien der Menschenwürde ehrt, die Otto Wagner vor fast 120 Jahren in seinem Entwurf verankert hat.