Heute ist der 25. Mai 2026 und wir befinden uns in Neubau, wo ein ganz besonderes Ereignis bevorsteht. Der Verein Steine der Erinnerung in Liesing hat einen Vortrag auf die Beine gestellt, der sicherlich für viele von uns von Bedeutung ist. Am 11. Juni 2026 um 18:30 Uhr wird Univ. Prof. Dr. Walter Sauer über ein oft vergessenes Kapitel der Geschichte sprechen: „Schwarze Menschen im Nationalsozialismus“. Der Vortrag findet in der VHS Liesing, im Seitenfoyer, Liesinger Platz 3, 1230 Wien statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich – einfach vorbeikommen!

Der Vortrag zielt darauf ab, ein Licht auf die Lebensumstände und den Umgang mit Schwarzen Menschen während des Nationalsozialismus zu werfen. Dies ist besonders wichtig, denn während dieser dunklen Zeit wurden viele Marginalisierte, darunter auch Menschen afrikanischer Herkunft, in Konzentrationslagern gefangen gehalten. Dr. Sauer wird nicht nur die Schicksale der Häftlinge im KZ Mauthausen beleuchten, sondern auch den Umgang mit Schwarzen Menschen in der Zeit der Monarchie und der Zwischenkriegszeit thematisieren. Ein Thema, das oft im Schatten der Geschichte steht.

Ein Blick auf Mauthausen

Mauthausen war das größte Konzentrationslager auf österreichischem Boden und von 1938 bis 1945 ein Ort des Schreckens für 197.464 Menschen. In einer neuen Studie wurden 157 Häftlinge afrikanischer Herkunft identifiziert – eine Zahl, die ursprünglich viel niedriger eingeschätzt wurde. Darunter gab es sogar drei Frauen. Die meisten dieser Häftlinge stammten aus Algerien (104), gefolgt von Tunesien, Marokko und Ägypten. Es ist erschütternd, dass viele von ihnen nicht wegen ihrer Hautfarbe, sondern als „politische“ Häftlinge eingestuft wurden. Das zeigt, wie sehr das System die Menschen in Schubladen steckte und dabei die Menschlichkeit völlig aus den Augen verlor.

Besonders bemerkenswert ist die Geschichte von Jose Carlos Grey Key, einem republikanischen Kämpfer im Spanischen Bürgerkrieg, der 1942 ins KZ Mauthausen überstellt wurde und die Haft überlebte. Zwei Häftlinge sind sogar fotografisch dokumentiert, was einen kleinen, aber wichtigen Einblick in das Schicksal dieser Menschen gibt. Es ist komisch, wie man manchmal denkt, man wüsste alles – und dann kommt man mit solchen Geschichten in Berührung, die einem die Augen öffnen. Es ist einfach nur wichtig, dass wir uns erinnern und gedenken.

Ein Mahnmal der Erinnerung

Die Idee zur Studie, die diese Häftlinge in den Fokus rückt, entstand aus einem Lagebericht von 2010, der das Fehlen eines Mahnmals für afrikanische Opfer des Nationalsozialismus kritisierte. 84 der identifizierten Häftlinge erlebten die Befreiung, während 61 im KZ oder in Nebenlagern verstarben. Die Autoren der Studie fordern nicht nur eine Fortsetzung der Forschung, sondern auch den Bau eines Mahnmals für KZ-Häftlinge afrikanischer Herkunft auf dem Gelände der Gedenkstätte. Es ist an der Zeit, dass diese Geschichten, die oft im Verborgenen bleiben, ans Licht kommen und den Respekt bekommen, den sie verdienen.

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Es ist schon fast surreal, wenn man darüber nachdenkt, dass wir in einer Zeit leben, in der es wichtig ist, über solche Themen zu sprechen. Der Vortrag von Dr. Sauer wird sicherlich eine Gelegenheit bieten, mehr über diese oft übersehenen Schicksale zu erfahren und gemeinsam zu reflektieren. Vielleicht bringt es uns auch ein Stück näher zu dem, was wir als Gesellschaft aus unserer Geschichte lernen können. Also, markiert euch den Termin im Kalender und lasst uns gemeinsam gedenken!