Rund 600 Jugendliche nahmen am „Mutmachtag“ in der Evangelischen Auferstehungskirche in Wien-Neubau am Aschermittwoch (18. Februar) teil. Unter dem Motto „Toleranz:Grenze“ war die Veranstaltung auf den Austausch, Workshops und Vorträge zur Gestaltung einer besseren Welt ausgerichtet. Die evangelische Bischöfin Cornelia Richter begrüßte die Teilnehmer und wies auf die Bedeutung von Toleranz und den Umgang mit Grenzen hin. Diese Botschaft wurde auch von Religionslehrer Christoph Örley unterstrichen, der die Wichtigkeit von Toleranz gegen Diskriminierung und Ungerechtigkeit hervorhob.
Der Tag wurde von der Evangelischen Jugend Wien, dem Evangelischen Schulamt Wien und der ARGE der Religionslehrer:innen an AHS/BHS organisiert. Diözesanjugendreferentin Angelina Ahrens bezeichnete den Tag als „Tag des Nachdenkens, des Austauschs und des Erlebens“. Das vielfältige Programm umfasste Workshops zu Sucht- und Gewaltprävention, Sexualität, Tanz und Bewegung sowie das Thema „Verwerten statt wegwerfen“. Ein besonderes Highlight war der Zeitzeuge Siegfried Loewe, der über seine Kindheit während des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs sprach.
Friedliches Miteinander im Dialog
Ein weiterer Workshop, „Dialog Abraham“, thematisierte das friedliche Miteinander verschiedener Religionen. Beiträge von Religionslehrerin Elisabeth Wanek und Rabbiner Yuval Katz-Wilfing bereicherten die Diskussion. Katz-Wilfing betonte den Wert anderer Meinungen und die Möglichkeit, aus ihnen zu lernen. Der evangelische Friedenstag wird seit 1988 jährlich organisiert, um zu einer gerechten und friedlichen Welt für junge Menschen beizutragen.
In einer Zeit, in der Diskriminierung und Ungerechtigkeiten auch in Deutschland an der Tagesordnung sind, wie Anne Gidion, Bevollmächtigte der EKD in Berlin, anmerkt, hat die Kirche eine wichtige Rolle. Sie betont, dass der erste Satz der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, auch in Deutschland gilt. Dennoch werden viele Menschen aufgrund von Hautfarbe, Glauben, Alter, Einkommen oder sexueller Orientierung benachteiligt. Die EKD hat die Initiative „Frei und Gleich“ gestartet, um ihr Engagement für Menschenrechte zu verstärken und auf Missstände hinzuweisen.
Bildung für ein besseres Verständnis
Wie wichtig es ist, sich mit Diskriminierung auseinanderzusetzen, zeigen auch verschiedene Übungen aus Programmen, die sich mit den Nürnberger Gesetzen und Diskriminierung beschäftigen. Beispielsweise können Teilnehmer durch Rollenspiele und interaktive Übungen ein besseres Verständnis für die Themen entwickeln. Solche Ansätze sind entscheidend, um die Gesellschaft für die Rechte aller zu sensibilisieren und aktiv gegen Diskriminierung zu kämpfen. Weitere Informationen und Materialien sind auf den Seiten der Antidiskriminierungsstellen zu finden, die sich für die Rechte von benachteiligten Gruppen einsetzen.
Der „Mutmachtag“ und die Initiativen der EKD verdeutlichen, dass Toleranz und das Streben nach Gleichheit zentrale Themen sind, die nicht nur im Bildungskontext, sondern auch im täglichen Leben von Bedeutung sind. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen sollte stets fortgeführt werden, um eine gerechtere und friedlichere Zukunft für alle Menschen zu schaffen. Weitere Informationen zu Diskriminierung und Menschenrechten finden Sie unter diesem Link.