Ehrung für eine Pionierin: Ingrid Leodolter erhält Gedenktafel in Neubau
In Neubau tut sich was – und zwar mit einer ganz besonderen Ehrung! Die ÖVP plant, das Andenken an die beeindruckende Ingrid Leodolter, die erste Frau als Bundesministerin für Gesundheit und Umweltschutz, sichtbar zu machen. In der Bezirksvertretungssitzung am 25. Juni wird ein Antrag zur Anbringung einer Gedenktafel am Gemeindebau in der Apollogasse 19 gestellt. Das Ganze findet auf dem Gelände des ehemaligen Sophienspitals statt, wo Leodolter 1944 ihre medizinische Laufbahn begann und von 1962 bis 1971 als Primaria das Sophienspital leitete. Die Erinnerungen an diesen bedeutenden Ort sind lebendig, auch wenn das Krankenhaus selbst nicht mehr existiert.
Christina Schlosser, die Bezirksparteiobfrau der ÖVP und Klubobfrau, hat sich klar und deutlich zu Wort gemeldet. Sie kritisiert die SPÖ für ihr Versäumnis, Leodolter gebührend zu ehren. „Leodolter hat entscheidend zu einer modernen und zugänglichen Gesundheitsversorgung beigetragen“, hebt Schlosser hervor. Und das ist nicht übertrieben! Von der Einführung des Mutter-Kind-Passes bis hin zu Maßnahmen zur Krebsfrüherkennung – ihre Reformen haben das Gesundheitssystem nachhaltig geprägt. Es ist höchste Zeit, dass ihr Vermächtnis in unserer Stadt gewürdigt wird.
Ein beeindruckender Lebenslauf
Ingrid Leodolter wurde am 14. August 1919 in Wien geboren und wuchs in einer bildungsaffinen Familie auf. Ihr Vater, Leopold Zechner, war nicht nur Lehrer und Schulrat, sondern auch später ein angesehener Politiker. Nach ihrer Matura 1937, die sie mit Auszeichnung abschloss, heiratete sie 1938 den Volkswirtschaftler Josef Leodolter. Ihr Medizinstudium an der Universität Wien schloss sie 1943 mit der Promotion ab. Der Weg zur Oberärztin am Allgemeinen Krankenhaus war nicht weit – 1950 erhielt sie den Facharzt für Innere Medizin, und ein Jahr später wurde sie Oberärztin.
Als sie 1961 Primaria des Sophienspitals wurde, war das ein Meilenstein in ihrer Karriere. Und die Krönung folgte 1971, als sie unter Bundeskanzler Bruno Kreisky zur ersten Bundesministerin für Gesundheit und Umweltschutz ernannt wurde. In dieser Position setzte sie nicht nur den Mutter-Kind-Pass in Kraft, sondern auch zahlreiche andere wichtige Maßnahmen, die das Gesundheitswesen revolutionierten. Ihre Amtszeit war geprägt von Engagement und dem unermüdlichen Willen, das Leben der Menschen zu verbessern.
Ein bleibendes Erbe
Nach ihrem Rücktritt 1979 kehrte Leodolter ans Sophienspital zurück und arbeitete bis 1985 als Chefärztin. Ihr Name bleibt jedoch unvergessen. So trägt etwa ein geriatrisches Tageszentrum in diesem ehemaligen Krankenhaus ihren Namen, und seit 2015 gibt es die Leodolterpromenade in Hietzing. Auch in Rudolfsheim-Fünfhaus wurde ein Pflegewohnhaus nach ihr benannt – eine ehrende Geste für eine Frau, die sich unermüdlich für die Gesundheit der Menschen eingesetzt hat.
Leodolters Lebenswerk ist aber nicht nur auf diese Einrichtungen beschränkt. Ihr Engagement zeigte sich auch in zahlreichen Auszeichnungen, darunter das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien und das Verdienstkreuz 1. Klasse für das Rote Kreuz. Ihr Grab auf dem Hietzinger Friedhof ist ehrenhalber gewidmet und ein Ort, an dem man ihrer gedenken kann.
Wie Schlosser fordert, sollte Wien auch ein Frauenmuseum bekommen, um die Geschichten von starken Frauen wie Ingrid Leodolter sichtbar zu machen. Ein Antrag dazu wurde bereits einstimmig angenommen. Das Konzept liegt nun bei der Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. Es bleibt spannend, wie diese Ideen in der Zukunft Gestalt annehmen werden!
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