Heute ist der 10.02.2026 und die Stadt Mariahilf wird von einem Prozess überschattet, der die Gemüter bewegt. Am 19. September 2025 kam es nahe des Wiener Westbahnhofs zu einer Messerstecherei, bei der ein 37-jähriger Mann schwer verletzt wurde. Ein Geschworenengericht beschäftigt sich nun mit dem Fall, in dem drei jugendliche Angeklagte im Alter von 15, 16 und 18 Jahren stehen. Sie geben unterschiedliche Versionen des Tathergangs an, während die Staatsanwältin die fehlende Klarheit im Verfahren betont. Alle drei Angeklagten gehören zu einer Gruppe von Jugendlichen, die ohne Beschäftigung und Unterkunft sind.
Der Vorfall ereignete sich während eines Streits zwischen dem 18-jährigen Angeklagten und dem 37-Jährigen. Letzterer erlitt sieben Stich- und zahlreiche Schnittverletzungen im Emil-Maurer-Park, was ihn in einen lebensbedrohlichen Zustand versetzte. Laut dem Vorsitzenden des Schwurgerichts, Andreas Hautz, gibt es erhebliche Zweifel an den Aussagen der Jugendlichen, die sich nicht schuldig des Mordversuchs bekennen. Die 15-Jährige behauptet sogar, nicht am Angriff beteiligt gewesen zu sein. Die Polizei fand das Messer bei der 16-Jährigen, während ein Klappmesser in der Nähe sichergestellt wurde. Eine dritte Tatwaffe wurde nicht gefunden.
Ein weiterer tragischer Vorfall in Kiel
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am 18. Oktober 2023 in Kiel, wo ein 19-jähriger Mann seine 17-jährige Beifahrerin während einer Autofahrt mit einem Messer verletzte. Diese verstarb kurz nach dem Vorfall. Das Landgericht Kiel hatte zunächst fünf Jahre Jugendhaft wegen Körperverletzung mit Todesfolge verhängt. Jedoch stellte das Gericht keine Tötungsabsicht fest, was von der Staatsanwaltschaft angefochten wurde. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil auf, und der Prozess muss nun neu vor dem Kieler Landgericht verhandelt werden.
Der Angeklagte hatte seine Ex-Freundin gezwungen, in ein Auto zu steigen, nachdem es zu einem Streit zwischen ihnen gekommen war. Tragisch endete der Vorfall, als die Rettungskräfte das Leben der Frau nicht retten konnten. In Schleswig-Holstein wurden im Jahr 2023 mindestens acht Frauen von ihren (Ex-)Partnern getötet, was zu Forderungen nach einem besseren Schutz von Frauen und der Einführung eines Hochrisikomanagements geführt hat.
Ein Blick auf die aktuellen Kriminalitätszahlen
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 zeigt, dass die Kriminalität in Deutschland erstmals um 1,7 % auf 5.837.445 registrierte Straftaten sank. Dieser Rückgang ist größtenteils auf die Cannabis-Teillegalisierung zurückzuführen, die zu einem signifikanten Rückgang der Cannabis-Straftaten führte. Allerdings stieg die Gewaltkriminalität um 1,5 % auf 217.277 Fälle – dem höchsten Stand seit 2007. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der tatverdächtigen Kinder um 11,3 % und der Jugendlichen um 3,8 %.
Die Zahlen zeigen auch einen Anstieg der Gewaltkriminalität durch nichtdeutsche Tatverdächtige um 7,5 %. Im Jahr 2024 wurden 29.014 Messerangriffe registriert, 54,3 % davon in der Gewaltkriminalität. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst allerdings nur Straftaten, die der Polizei bekannt werden; Dunkelfeldstudien, die ein umfassenderes Bild der Kriminalität liefern sollen, sind für 2025 angekündigt. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Erkenntnisse die kommenden Statistiken zutage fördern werden.
Für weiterführende Informationen über den Messerangriff in Wien und den laufenden Prozess, klicken Sie bitte hier. Für Details zum Vorfall in Kiel und dem BGH-Urteil, besuchen Sie bitte diese Seite. Die neuesten Kriminalitätszahlen können Sie unter diesem Link einsehen.