Im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf tut sich einiges, wenn es um kulturelle Teilhabe geht. Hier werden jährlich über 100 kulturelle Projekte finanziell unterstützt, die für die Bewohnerinnen des Bezirks kostenlos zugänglich sind. Die Kulturkommission Mariahilf fördert ein breites Spektrum an Initiativen – von Konzerten über Theateraufführungen bis hin zu Ausstellungen und bildenden Kunstprojekten. Diese Vielfalt soll sicherstellen, dass alle Mariahilferinnen, unabhängig von ihrem Einkommen, am kulturellen Leben teilnehmen können.
Besonders Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SPÖ) hebt die Wichtigkeit der kulturellen Teilhabe für die Gemeinschaft hervor. In den ersten beiden Sitzungen der Kulturkommission im Jahr 2026 wurden bereits über 50 Förderanträge behandelt, was die hohe Anzahl der Anträge und das lebendige kulturelle Engagement im Bezirk unterstreicht. Alle Förderungsanträge werden nach klaren Richtlinien geprüft, da öffentliche Gelder verwendet werden, und die Entscheidungen sind transparent und nachvollziehbar.
Kultur für alle – ein Ziel mit Weitblick
Die Förderung kultureller Initiativen ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch eine Frage der Gemeinschaft. Die Grätzl-Kulturförderung bietet niedrigschwelligen Zugang zu finanzieller Unterstützung, sodass nachbarschaftliche Initiativen bis zu 400 Euro für kleinere Projekte beantragen können. Dies ermöglicht spontane kulturelle Aktivitäten im Wohnumfeld und stärkt die nachbarschaftliche Gemeinschaft. Die geförderten Veranstaltungen können im Veranstaltungskalender „Wien erleben“ nachgeschlagen werden, sodass niemand das kulturelle Treiben im Bezirk verpasst.
Kulturelle Teilhabe ist mehr als nur der Besuch von Veranstaltungen. Sie ist ein Menschenrecht und ein wichtiger Bestandteil des Lebens jedes Einzelnen. Sie umfasst alltägliche Aktivitäten, die unsere Freizeitgestaltung prägen. Es gibt drei Formen der kulturellen Teilhabe: Zum einen sind da die Zuschauerinnen, die passiv an Angeboten teilnehmen. Zum anderen gibt es die aktiven Teilnehmenden, die als Amateur oder Hobbykünstlerin selbst kreativ werden. Und schließlich die partizipative Mitbestimmung über kulturelle Angebote, die die Menschen in die Gestaltung ihrer Kultur einbezieht.
Kulturelle Teilhabe als Schlüssel zur Integration
Kulturelle Bildung trägt entscheidend zur Chancengerechtigkeit und sozialen Integration bei. Sie fördert Identität und Mitgestaltung in der Demokratie. In Zeiten, in denen öffentliche Budgets sinken, wird die kulturelle Teilhabe besonders herausgefordert. Dennoch ist es ein wichtiges Anliegen der Kulturkommission, allen Einwohnerinnen den Zugang zu kulturellen Angeboten zu ermöglichen. Programme wie „Jedem Kind ein Instrument“ und „Kulturagenten für kreative Schulen“ sind Beispiele dafür, wie kulturelle Bildung gefördert werden kann.
Die Digitalisierung und neue digitale Kulturorte beeinflussen ebenfalls die Teilhabe. In einem sich ständig verändernden Umfeld sind kreative Lösungen gefragt, um den Zugang zur Kultur zu gewährleisten. Die Mariahilfer Kulturkommission arbeitet daran, alle Bürgerinnen einzubeziehen und kulturelle Teilhabe zu einem integralen Bestandteil des Lebens in Mariahilf zu machen. Denn Kunst und Kultur sind nicht nur Ausdruck von Individualität, sondern auch Mittel zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.