Die Gleissegmentierung der Lerchenfelder Straße in Wien ist ein Thema, das nicht nur die Anwohner und Geschäftsinhaber beschäftigt, sondern auch die Stadtpolitik auf den Plan ruft. Aktuell wird die Sanierung der Gleise durchgeführt, während die Umgestaltung der Straße vorerst gestoppt wurde. Diese Situation sorgt für Unmut, insbesondere bei Pia Rotter, einer Redakteurin, und Markus Reiter, dem Bezirksvorsteher des Neubaus (Grüne). Reiter hat mehrfach mit der Stadt Wien und den Wiener Linien diskutiert und bezeichnet die wirtschaftlichen Gründe für die Verschiebung der Umgestaltung als unverständlich. Viele empfinden die Nichtumsetzung der versprochenen Maßnahmen als unfair gegenüber den Anrainern und Unternehmern in dieser Gegend. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Artikel auf meinbezirk.at.
Die Lerchenfelder Straße, die sich durch die Bezirke Neubau und Josefstadt zieht, gilt als wenig attraktive Durchzugsstraße mit einem geringen Grünanteil und wenigen Bäumen. An heißen Tagen ist die Aufenthaltsqualität hier gering, da es an Schatten und Sitzgelegenheiten mangelt. Vor diesem Hintergrund wurde die Notwendigkeit einer Neugestaltung zum „klimafitten“ öffentlichen Straßenraum erkannt. Ein Dialogprozess mit den Bewohnerinnen und Wirtschaftstreibenden wurde initiiert, um die künftige Straßenplanung zu gestalten. Der Projektbeginn war im Februar 2022, und seither gab es regelmäßige Treffen sowie Zwischenpräsentationen.
Dialog und Bedürfnisse der Anwohner
Im Rahmen von Befragungen und Dialogforen haben die Verantwortlichen zentrale Themen ermittelt, die den Bürgern wichtig sind: Mehr Begrünung, Verkehrsberuhigung, eine verbesserte Radinfrastruktur und mehr Raum für Fußgängerinnen. Auch die Schaffung von Treffpunkten und Beschattung ist den Anwohnern ein großes Anliegen. Ein Dialogabend, der am 27. Mai 2025 stattfand, brachte rund 100 Teilnehmerinnen zusammen, um über die Modernisierung der Straßenbahngleise durch die Wiener Linien im Jahr 2026 zu diskutieren. Die Bauzeit ist auf etwa vier Monate angesetzt. Zudem sind auch der Ausbau des Fernwärme-Netzes durch Wien Energie nach 2026 sowie Informationen über Förderungen zum Anschluss an dieses Netz Themen von großem Interesse.
Die Beobachtungen zur Nutzung der Lerchenfelder Straße zeigen eine vielfältige Nutzergruppe, die von Hundebesitzerinnen über Schüler*innen bis zu Familien reicht. Im Jahr 2022 wurden 468 Menschen befragt, und 130 Online-Fragebögen ausgefüllt. Die anschließenden Dialogforen im September 2022 präsentierten die Ergebnisse der sozialräumlichen Erhebung. Der Schwerpunkt liegt 2023 auf erneuerbaren Energien im Projekt „Klimafitte Lerchenfelder Straße“. Aktionen wie die „Fotowäscheleine“ und Führungen zu begrünten Innenhöfen fanden großen Anklang und tragen zur Sensibilisierung der Bevölkerung bei.
Der Wien-Plan und seine Herausforderungen
Der Kontext dieser Entwicklungen wird auch durch den Stadtentwicklungsplan 2035, den sogenannten „Wien-Plan“, geprägt. Dieser wurde am 23. April 2025 im Wiener Gemeinderat beschlossen und legt strategische Leitlinien für die Stadtentwicklung fest. Zielsetzungen wie die Schaffung von mindestens 25 Gartenstraßen und 30 „Beserlparks XL“ bis 2035 sollen die Aufenthaltsqualität in der Stadt erhöhen und die Begrünung vorantreiben. Jedoch bleibt zu beachten, dass es keine gesetzliche Verpflichtung zur Erreichung dieser Ziele gibt, was dazu führen kann, dass viele der ambitionierten Pläne hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Der Wien-Plan thematisiert zudem die aktive Mobilität, Flächengerechtigkeit und Partizipation, jedoch wird oft bemängelt, dass die Zielerreichung hinter den Erwartungen zurückbleibt. So wurde beispielsweise das Ziel, den Autoverkehrsanteil bis 2010 auf 25 % zu senken, erst 2024 erreicht. Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit wirft Fragen zur Umsetzung der geplanten Maßnahmen auf und zeigt, dass eine tatsächliche Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt noch auf sich warten lassen könnte. Weitere Details finden Sie dazu in dem Artikel auf wirmachen.wien.