Baustellen-Chaos in Mariahilf: Ein Weg zur grünen Oase?
In Mariahilf geht’s derzeit ganz schön rund! Die Gumpendorfer Straße ist gerade ein riesiges Baustellenfeld – Asphalt wird aufgerissen, Busse müssen umgeleitet werden und einige Seitengassen sind gesperrt. Das Chaos ist perfekt. Wer hier unterwegs ist, sollte sich auf eine abenteuerliche Tour einstellen. Vor einem Jahr hatte man eine umfassende Neugestaltung geplant, aber dann kam der Sparkurs – und alles wurde gestoppt. Jetzt, seit einer Woche, wird zwischen Köstlergasse und Kaunitzgasse fleißig an der Fahrbahn gearbeitet. Das Ganze soll bis Anfang September dauern. Während dieser Zeit ist die Gumpendorfer Straße abschnittsweise nur als Einbahn in Richtung Innenstadt befahrbar. Ein echtes Durcheinander für die Pendler!
Die Buslinien 13A, 14A und 57A sind ebenfalls betroffen und müssen teilweise Umleitungen fahren. Anrainer haben ganz unterschiedliche Meinungen zu den Baustellen – die einen finden die Einschränkungen nicht so schlimm, andere sind eher genervt. Bezirksvorsteherin Julia Lessacher von der SPÖ betont, dass die Sanierung der Fahrbahn dringend notwendig ist, da der Belag schon ziemlich ramponiert ist. Besonders auffällig: Die Haltestellen „Stiegengasse“ und „Laimgrubengasse“ der Buslinie 57A werden zusammengelegt, eine neue Station im Kreuzungsbereich Gfrornergasse wird errichtet.
Neues aus der Baustellenküche
Am 20. Juli beginnt eine weitere Baustelle am Kurt-Pint-Platz. Hier werden Rohre der Wiener Netze bis zum 30. September verlegt. Und das ist nicht alles! Ab Herbst wird es auch in der Windmühlgasse, Fillgradergasse und Theobaldgasse ein großes Umgestaltungsprojekt geben. Der Fokus liegt dabei auf Begrünungsmaßnahmen und Aufenthaltsbereichen. Das bedeutet: 33 neue Bäume und 14 Hochstammsträucher werden gepflanzt! Das klingt nach einer grünen Oase mitten in der Stadt. Doch das hat seinen Preis: Ein Drittel der derzeit verfügbaren Parkplätze wird wegfallen. Aber keine Sorge, die Anrainer erhalten reduzierte Preise für Dauerparkplätze in der Windmühlgasse.
Die Umgestaltung der drei Gassen soll etwa 1,5 Jahre in Anspruch nehmen und kostet rund 3,3 Millionen Euro. Die große Umgestaltung der Gumpendorfer Straße bleibt vorerst aus, doch die vielen Baustellen in Mariahilf zeigen: Hier tut sich was! Die Stadt lebt, auch wenn das manchmal mit Einschränkungen für die Anwohner einhergeht.
Ein Blick in die Zukunft
Das Thema Verkehr und Mobilität ist eines der großen Baustellen unserer Zeit – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Entwicklung von Quartieren mit vielfältiger Nutzung und einer fuß- und radverkehrsfreundlichen Struktur könnte den Verkehr erheblich reduzieren. Gute Anbindungen an öffentliche Verkehrsmittel sind dabei unerlässlich. Man könnte sagen, es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, wenn wir uns von der „autogerechten Stadt“ der 1960er Jahre abkehren. Die Charta von Athen, die damals eine Trennung städtischer Funktionen propagierte, hat uns nicht nur nützliches Wissen, sondern auch einige Herausforderungen hinterlassen. Es wird Zeit, dass wir uns neuen Leitbildern für nachhaltige Stadtentwicklung zuwenden.
Die Vision „Stadt für Morgen“ kann hier eine wichtige Rolle spielen. Das Ziel ist eine Siedlungsentwicklung, die Verkehr vermeidet und Flächen sparsam nutzt. Es ist klar: Die Städte von morgen brauchen mehr Fuß- und Radverkehr sowie einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr. Das würde nicht nur die Lebensqualität erhöhen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
In Mariahilf tut sich einiges, und während die Baustellen für eine gewisse Unruhe sorgen, könnte das Endergebnis für alle eine positive Überraschung sein. Wer weiß, vielleicht wird die Gumpendorfer Straße bald wieder ein Ort, an dem man gerne verweilt – mit viel Grün und weniger Verkehrslärm.
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