Heute ist der 28.04.2026. In Wien sorgt ein aktuelles Urteil gegen einen mutmaßlichen Mafioso für Aufsehen. Ein 57-Jähriger wurde zu sieben Jahren unbedingter Haft verurteilt. Die Anklage lautete auf schweren Raub in zwei Fällen sowie Drogenhandel, wobei die Taten im Jahr 2020 verübt wurden. Der Angeklagte beteiligte sich an der Entwendung von Drogen von Dealern und sieht seine Taten als „Betrug“ und nicht als Raub, was während des Prozesses zu hitzigen Debatten führte.

Der Prozess fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt, der Gerichtssaal war abgesperrt und die Besucher wurden gründlich durchsucht. Der 57-Jährige hat bereits in Frankreich und Belgien insgesamt 15 Jahre Haft verbüßt. Im Februar 2023 wurde er in Wien im Zweifel von Vorwürfen der Mitwirkung an einer Entführung des Kavač-Clans freigesprochen. Der Richter bezeichnete die Schilderungen des Angeklagten als „unglaubwürdig“ und berücksichtigte ein belgisches Urteil aus dem Jahr 2023.

Einblicke in die Verhandlung

Die U-Haft seit Juli 2025 wird auf die Haftstrafe angerechnet, und der Angeklagte verzichtete auf Rechtsmittel, während die Staatsanwaltschaft keine Erklärung abgab. Er erklärte, dass er kein Clanmitglied sei und alleine gehandelt habe. Der Staatsanwalt hingegen betonte, dass der Angeklagte nicht nur als Straßenverkäufer, sondern auf der „mittleren Verteilungsebene“ tätig gewesen sei.

Zeugen, die bereits verurteilt wurden, wurden per Video zugeschaltet, brachten jedoch keine neuen Erkenntnisse. Ein Zeuge bestätigte die Verteidigungslinie des Angeklagten, dass es sich um Betrug und nicht um Raub handelte. Die Chats, die das Geschehen dokumentieren, enthalten unter anderem eine Anfrage des Angeklagten nach einer Waffe, was die Schwere seiner Taten untermauert. Zudem äußerte der Angeklagte, dass er um das Leben seiner Familie fürchte und keine Namen von Komplizen nennen wolle. Der Schöffensenat ging davon aus, dass bei beiden Tathandlungen eine Waffe im Spiel war.

Ein Blick über die Grenzen

Parallel zu den Ereignissen in Wien bringt der „Pollino“-Prozess in Duisburg neue Dimensionen in die Diskussion um die Mafia. Am 11. September 2025 wurde Giuseppe M., ein Gastronom aus Wesseling, zu 11 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt, nachdem das Gericht seine Mitgliedschaft in der ‚Ndrangheta, einer der mächtigsten Mafia-Organisationen, festgestellt hatte. Diese Organisation dominiert den internationalen Kokainhandel mit einem geschätzten Jahresumsatz von 50 Milliarden Euro.

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Das Urteil ist das dritte in Deutschland, das die ‚Ndrangheta als kriminelle Vereinigung anerkennt. Ursprünglich waren im „Pollino“-Verfahren 14 Männer angeklagt; 12 wurden wegen Drogenhandels und Betrugs verurteilt. Der Prozess dauerte fast fünf Jahre und umfasste 295 Verhandlungstage, was die Komplexität und das Ausmaß der Ermittlungen verdeutlicht. Experten begrüßen das Urteil als wegweisend für die Anerkennung der Strukturen der ‚Ndrangheta.

Fazit und Ausblick

Die Verurteilung des Wiener Angeklagten und die Entwicklungen im „Pollino“-Prozess belegen eindrucksvoll, dass die Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Europa nach wie vor eine große Herausforderung darstellt. Während in Wien ein mutmaßlicher Mafioso hinter Gittern landet, wird Giuseppe M. möglicherweise nach Italien überstellt, wo ein weiterer Prozess gegen ihn ansteht. Die laufenden Ermittlungen und Urteile sind ein klarer Appell an die Behörden, entschlossen gegen mafiöse Strukturen vorzugehen und die Gesellschaft von diesen kriminellen Einflüssen zu befreien.