Im Winter 2025/26 hat der Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) mehr als 3.000 Patientinnen und Patienten aufgenommen, die aufgrund von Infektionen behandelt werden mussten. Das klingt nach einer Menge, oder? Und tatsächlich war es eine klassische, aber vorgezogene Grippewelle, die diesmal besonders viele Kinder, ältere Menschen und Ungeimpfte erwischte. Jeder zehnte Patient musste sogar intensivmedizinisch betreut werden – das ist nicht ohne. Die Grippewelle begann früher als gewohnt und wurde begleitet von einem Anstieg der Infektionen durch das Humane Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Man könnte sagen, es war ein wahrer Infektionswinter!
Im Dezember erreichte die Grippesaison ihren Höhepunkt mit 712 stationär behandelten Patienten. COVID-19 hatte ebenfalls seinen Peak im selben Monat, allerdings mit 330 Patienten auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Der Rückgang der Fallzahlen kam dann ab Februar, während RSV an Bedeutung gewann. Ein interessanter Trend, denn während Influenza die häufigste Infektion war, stiegen die RSV-Fälle sprunghaft an. Von den 22 Kindern und Jugendlichen, die intensivmedizinisch behandelt werden mussten, waren viele aus den Risikogruppen betroffen.
Das RSV im Fokus
Das Respiratorische Synzytial-Virus ist weltweit verbreitet und gilt als bedeutendster Erreger von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen und älteren Erwachsenen. Statistiken zeigen, dass etwa 50 bis 70 % der Kinder bis zum Ende des zweiten Lebensjahres mindestens eine RSV-Infektion durchgemacht haben. Und das ist kein Spaß – insbesondere Frühgeborene und Kinder mit schweren Grunderkrankungen brauchen besondere Aufmerksamkeit. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, und die Symptome sind von einer harmlosen Atemwegsinfektion bis hin zu schweren Erkrankungen wie Dyspnoe oder Fieber alles andere als zu unterschätzen.
Die Hygienemaßnahmen zur Vermeidung von RSV-Infektionen sind also unerlässlich. Und ganz wichtig: Impfangebote sollten konsequent genutzt werden, um schwere Verläufe zu reduzieren! Seit Ende 2024 ist die Influenza-Impfung für alle in Österreich lebenden Menschen kostenlos verfügbar. Ein kleiner Lichtblick inmitten der Infektionswelle.
Aktuelle Entwicklungen und Trends
Wie sieht es aktuell in Deutschland aus? Dort zeigt das Infektionsradar des Bundesministeriums für Gesundheit, dass die Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen stabil sind und die Inzidenzen für COVID-19, Grippe und RSV sinken. In der Woche vom 20.04.2026 bis 26.04.2026 gab es rund 875 Arztbesuche pro 100.000 Einwohner wegen Atemwegsinfektionen. Man könnte sagen, die Lage entspannt sich – zum Glück!
Doch die Intensivbettenauslastung bleibt hoch, mit 79,9 % stabil über die letzten vier Wochen. Vor allem bei den Kindern sind die Betten stark belegt – 60,5 % der Kinderbetten und 79 % der Erwachsenenbetten sind belegt. Es bleibt zu hoffen, dass die Zahlen weiter sinken und die Menschen sich besser vor diesen Infektionen schützen können. Schließlich ist es wichtig, auf die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen zu achten. Wer hätte gedacht, dass wir uns in Zeiten von Infektionen so oft mit Atemwegserkrankungen auseinandersetzen müssen?
Bleiben wir also wachsam und nutzen die Impfangebote, die uns zur Verfügung stehen. Denn am Ende des Tages wollen wir alle gesund und munter durch den Frühling kommen!