Heute ist der 4.07.2026, und in der Josefstadt hat sich in den letzten Wochen einiges getan. Die Gruppe Sofortmaßnahmen hat gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice (AMS), der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und städtischen Dienststellen verstärkt Kontrollen in der Wiener Hotellerie durchgeführt. Seit Juni 2026 sind die Beamten auf der Suche nach Schwarzarbeit und weiteren Verstößen, und die Ergebnisse sind, gelinde gesagt, aufschlussreich.

Insgesamt wurden 14 Hotels überprüft, wobei der Fokus vor allem auf den Beschäftigten von Subunternehmen lag – insbesondere auf den Reinigungskräften. Das Ergebnis dieser Schwerpunktaktion war schockierend: 24 Schwarzarbeiterinnen und Schwarzarbeiter wurden angetroffen. Von diesen waren sechs Personen gleichzeitig beim AMS als arbeitssuchend gemeldet. Das führt uns zu einem weiteren Punkt: Die Anzeigen wurden gemäß dem Arbeitslosenversicherungsgesetz erstattet. Das klingt recht bürokratisch, aber die Folgen sind für die Betroffenen durchaus gravierend.

Alarmierende Zahlen

Sechs der angetroffenen Personen waren Drittstaatsangehörige, die sich illegal in Österreich aufhielten. Sie wurden von der Landespolizeidirektion Wien festgenommen. Und das ist noch nicht alles: Zwei der Arbeitnehmer bezogen zusätzlich Mindestsicherung. Das zieht natürlich weitere Verfahren wegen Verdachts auf Sozialbetrug nach sich. Die ÖGK hat bereits 24 Verfahren nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) eingeleitet. Insgesamt wurden im Zuge dieser Schwerpunktaktion 36 Anzeigen vom Magistrat erstattet. Das lässt einen doch nachdenklich zurück, nicht wahr?

Doch die Situation ist nicht nur auf die Hotellerie beschränkt. Laut dem Ökonomen Friedrich Schneider gab es 2024 einen deutlichen Anstieg der Schwarzarbeit in Österreich. Pfusch am Bau macht den größten Anteil der Schattenwirtschaft aus. Rund 39 Prozent der Schattenwirtschaft entfallen auf das Baugewerbe und Handwerksbetriebe. Dies war nicht nur ein einmaliger Vorfall – die Schattenwirtschaft wird 2024 ein Volumen von 40,7 Milliarden Euro erreichen, was 8,1 Prozent der offiziellen Wirtschaftsleistung entspricht. Ein beachtlicher Anstieg, der um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen ist.

Die Schattenwirtschaft im Blick

Ein interessanter Aspekt ist, dass die Neigung zur Schwarzarbeit durch Budgetsparmaßnahmen durchaus zunehmen könnte. Es scheint, als ob viele versuchen, Einkommensverluste auf diese Weise zu kompensieren. Österreich hat zwar nach Luxemburg die geringste Schwarzarbeit in der EU, aber die Tatsache, dass in Ländern wie Bulgarien oder Kroatien das Volumen der Schwarzarbeit jeweils rund ein Drittel des offiziellen BIP ausmacht, lässt einen die eigene Situation vielleicht etwas positiver sehen.

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Aber was bedeutet das alles für unsere Gesellschaft? Der Staat verliert durch Schwarzarbeit Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 2,0 bis 3,5 Milliarden Euro pro Jahr. Das Geld, das im Pfusch verdient wird, fließt jedoch zu 85 Prozent sofort wieder in die offizielle Wirtschaft. Ein kleiner Trost, könnte man sagen, aber die höheren Kosten für Krankenversicherungen durch zusätzliche Unfälle und Arbeitsunfähigkeit der Pfuscher sind nicht zu unterschätzen. Schneider schlägt zur Bekämpfung der Schwarzarbeit die Wiedereinführung des Handwerkerbonus von 2.000 Euro pro Haushalt und Jahr sowie eine Senkung der Lohnnebenkosten vor. Vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung?

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