Heute, am 30. April 2026, ist ein ganz besonderer Tag für das Theater in der Josefstadt. Die Premiere von Peter Turrinis neuem Stück über den berühmten Librettisten Lorenzo Da Ponte findet statt. Inmitten dieser festlichen Atmosphäre verabschiedet sich Herbert Föttinger nach 20 Jahren als Direktor des Theaters und lässt damit einen bedeutenden Abschnitt in der österreichischen Theaterlandschaft hinter sich.
Das Stück, das den Titel „Was für ein schönes Ende!“ trägt, wurde unter der Regie von Janusz Kica inszeniert und stellt eine Neufassung von Turrinis „Da Ponte in Santa Fe“ dar, das ursprünglich 2002 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde. Die Handlung des Stücks spielt im Foyer eines zum Opernhaus umfunktionierten Saloons in Santa Fe, New Mexico, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hier wird Lorenzo Da Ponte als Produzent dargestellt, der auf Anerkennung wartet und in humorvollen sowie tiefgründigen Dialogen über Träume und das Scheitern sinniert.
Ein bewegender Abschied
Marianne Nentwich, die Doyenne des Hauses, brilliert in der Rolle der 95-jährigen Dorka Dušková und bietet eine dramatische Klammer im Stück. Neben ihr stehen Raphael von Bargen als James N. Brodnik, Ljubiša Lupo Grujčić als Pollux und Alexander Strömer in der Rolle des Don Giovanni alias Manuel Rodriguez García auf der Bühne. Diese Besetzung verspricht ein Schauspiel, das das Publikum mitreißen wird.
Die letzte Vorstellung unter Föttingers Leitung wird von den Zuschauern mit stehendem Applaus gefeiert. Nicht nur die Darsteller, sondern auch das gesamte Team, einschließlich Bühnenbildnerin Karin Fritz und Lichtdesigner Manfred Grohs, wird für ihre Leistungen gelobt. Turrini selbst nimmt an der Premiere nicht teil, doch die Ovationen für Föttinger und Nentwich sprechen Bände über ihre Verdienste.
Kunst und Anerkennung
Das Stück behandelt den Stellenwert der Kunst und das Ringen der Künstler um Anerkennung – Themen, die in der heutigen Zeit kaum aktueller sein könnten. Turrinis Werk erfährt im Kontext des Abschieds von Herbert Föttinger eine besondere Rehabilitierung, nachdem „Da Ponte in Santa Fe“ bei seiner ersten Aufführung in Salzburg ausgebuht wurde. In diesem neuen Rahmen wird das Stück als würdiger Abschluss einer Ära angesehen, die von Föttingers Vision und Engagement geprägt war.
Mit der Premiere von „Was für ein schönes Ende!“ wird nicht nur ein neues Kapitel in der Geschichte des Theaters in der Josefstadt aufgeschlagen, sondern auch das Erbe von Herbert Föttinger gewürdigt, der seine Direktion 2006 mit einem Turrini-Auftragswerk, „Mein Nestroy“, begonnen hat. Es ist ein bewegender Moment für alle Anwesenden, die die Entwicklung des Theaters in den letzten zwei Jahrzehnten miterlebt haben.
Das Theater in der Josefstadt bleibt ein Ort, an dem Geschichten erzählt werden, die das Publikum berühren und zum Nachdenken anregen. In dieser Nacht wird nicht nur ein neues Stück gefeiert, sondern auch die Kraft der Kunst, die über die Zeit hinaus wirkt.