Es gibt Momente, da fragt man sich, was in der Luft liegt – und nicht nur bildlich gesprochen. Die Wiener Straßen, die wir täglich durchqueren, scheinen mehr Geheimnisse zu bergen, als uns lieb ist. Eine aktuelle Studie von der polnischen Geophysikerin Sylwia Klaudia Dytl̸ow hat jetzt aufgedeckt, dass der Straßenstaub in Wien eine ganz besondere Gesundheitsgefahr darstellt. Überraschenderweise ist der Staub hier schädlicher als in vielen anderen Städten. Wer hätte das gedacht?

Die Untersuchung konzentrierte sich auf die magnetischen Eigenschaften und die Polymerzusammensetzung von Mikroplastikpartikeln, die im Straßenstaub zu finden sind. Dabei wurden verschiedene Quellen wie Reifenabrieb und Fahrbahnabnutzung analysiert. An mehreren Orten in Wien wurden Straßenstaubproben mit einem handgeführten Magnetabscheider gesammelt. Das Ergebnis? In der magnetischen Fraktion, die Dinge wie Bremsabrieb und Verbrennungsrückstände umfasst, fanden sich bis zu siebenmal mehr Mikroplastikpartikel als in der nichtmagnetischen Fraktion. Das ist schon ein ziemlicher Schock, oder?

Gesundheitsrisiken durch Mikroplastik

Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen der Menge an Mikroplastik, den magnetischen Eigenschaften der Partikel und der Verkehrsbelastung. Diese Erkenntnisse werfen ein grelles Licht auf die potenziellen Risiken, die die Mikroplastikverschmutzung für unsere städtischen Ökosysteme mit sich bringt. Die Wiener Grünen haben bereits Alarm geschlagen und äußern Bedenken über die hohe Mikroplastikbelastung im Straßenstaub. Tina Wirnsberger, die Umweltsprecherin der Grünen in Wien, hat die Stadtregierung für das Fehlen eigener Untersuchungen kritisiert und schlägt vor, ein Monitoring für Straßenstaub einzurichten – ähnlich wie wir es bei der Luftqualitätsüberwachung kennen. Ein Antrag dazu soll in der nächsten Gemeinderatssitzung eingebracht werden. Es wird Zeit, dass wir genauer hinsehen!

Mikroplastik ist ein Thema, das uns alle betrifft. Es ist mittlerweile in allen Regionen und Ökosystemen der Erde nachgewiesen. Die kleinen Partikel finden sich nicht nur in der Luft, sondern auch in unseren Lebensmitteln, Getränken und sogar in menschlichen und tierischen Organen und Geweben. Wer hätte gedacht, dass wir durch das, was wir atmen, trinken und essen, ständig Mikroplastik ausgesetzt sind? Die Aufnahme erfolgt vor allem über die Lunge und den Magen-Darm-Trakt. Dabei ist unklar, wie viel Mikroplastik wir tatsächlich aufnehmen, und die fehlenden verlässlichen Daten führen zu schwankenden Konzentrationen in Luft, Wasser und Lebensmitteln.

Forschung am Puls der Zeit

Am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wird seit 2013 intensiv zu Mikroplastik geforscht. Ursprünglich ging es um die Aufnahme von Mikroplastik in Muscheln und Austern. Inzwischen hat sich der Fokus ausgeweitet, und es wurden zahlreiche Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen durchgeführt. Einige Tierstudien, in denen Mäuse Mikroplastikpartikel ausgesetzt wurden, zeigten zwar keine schädlichen Effekte auf die Organe, aber viele Fragen bleiben offen. Wie sieht es mit der langfristigen Wirkung auf den Menschen aus? Das wissen wir noch nicht.

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Die Forschung ist also in vollem Gange, und die Ergebnisse fließen in wissenschaftliche Publikationen ein. Gleichzeitig befasst sich das BfR mit der Wahrnehmung von Mikroplastik in der Bevölkerung. Umfragen haben gezeigt, dass viele Menschen sich Sorgen über Mikroplastik in Lebensmitteln machen. Es ist klar: Wir müssen handeln und uns über die Risiken aufklären. Die kommenden Monate könnten entscheidend sein, um ein besseres Verständnis für diese unsichtbare Bedrohung zu bekommen.

In einer Welt, in der wir oft die Augen vor den vielen kleinen Gefahren verschließen, ist es umso wichtiger, dass wir uns mit den Themen wie Mikroplastik auseinandersetzen und die notwendigen Schritte unternehmen, um unsere Gesundheit zu schützen. In Wien wird gerade ein erster Schritt in diese Richtung gemacht. Bleiben wir dran!